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Deutscher Volkshochschul-Verband

Der deutsch – jüdische Schriftsteller Jan Koplowitz

Vortrag

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Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung „Jüdinnen und Juden in der Arbeiterbewegung Thüringens“ von Arbeit und Leben Thüringen 
Jan Koplowitz wurde 1909 in Kudowa in Schlesien geboren. Seine Familie besaß ein Hotel und Restaurant. Als 1915 die Kurangestellten streikten, unterstützte der gerade 16 Jahre alte Jan sie, woraufhin seine Familie ihn verstieß. 1926 bestand er sein Abitur in Breslau. Wenige Jahre später wurde er Mitglied der KPD und lernte bei Egon Erwin Kisch und Ilja Ehrenburg zu schreiben. Als Schriftsteller verfasste er Artikel für Arbeiterzeitungen in Breslau und Texte für Agitprop-Gruppen und wurde Mitglied des Bundes proletarisch-revolutionärer Schriftsteller. Während der NS-Zeit leistete er Widerstand, emigrierte nach Prag und anschließend nach Großbritannien. Nach 1945 kehrte er nach Ost-Berlin zurück und wurde Leiter der Konzert- und Gastspieldirektion im Ministerium für Kultur. In seine Tätigkeit fiel die Gründung eines Zirkels schreibender Arbeiter in der Maxhütte Unterwellenborn. In seinem Buch „Unser Kumpel Max der Riese“ verarbeitete Jan Koplowitz diese Zeit. 1979 veröffentlichte er den autobiographischen Roman „Bohemia – mein Schicksal“. Als sein Sohn Daniel 1977 wegen Drogenbesitzes in der Türkei festgenommen wurde, verkaufte Jan Koplowitz seinen wertvollsten Besitz unter Umgehung der Devisengesetze in West-Berlin, um den Anwalt zu bezahlen und seinem Sohn zu helfen. In dieser Zeit war er als inoffizieller Mitarbeiter der Staatssicherheit tätig. Er starb 2001.

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