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Deutscher Volkshochschul-Verband

Aufschwung für die Berliner Erwachsenenbildung

Bei einer Pressekonferenz an der vhs Berlin Mitte stellte Bildungssenatorin Sandra Scheeres ihr neues Gesetz für Berlin vor

Am 1. August trat das „Gesetz über die Erwachsenenbildung im Land Berlin“ in Kraft. Dies gab Anlass für eine Pressekonferenz am 30. Juli, auf welcher Sandra Scheeres, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, sowie Sabine Weißler, Stadträtin für Weiterbildung und Kultur im Bezirk Mitte, teilnahmen. Organisator war Michael Weiß, Leiter der vhs in Berlin Mitte. Mit dabei war auch Dr. Ulrich Raiser, Referatsleiter für Erwachsenen- und Grundbildung, Lebenslanges Lernen und außerschulisches Lernen.

Zur Einleitung verwies Denise Wanninger, Programmbereich Berufliche Bildung und Berufssprachkurse, auf die Angespanntheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer am „Berufssprachkurs Deutsch“, da die Prüfungen bereits Ende August stattfinden. Wanninger erwähnte auch den Corona-bedingten vhs-Lernbetrieb, denn der Kurs mussten online gehen. Nun darf er endlich wieder vor Ort stattfinden. Nach Wanninger hat die Corona-Pandemie glücklicherweise nicht zu einer Reduzierung der Kursinteressierten geführt. 

Sandra Scheeres, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie

Scheeres verwies auf die Historie des Erwachsenenbildungsgesetzes, dessen erste Schritte bereits 1970 unternommen wurden. Durch die vielen relevanten Träger (vhs, Land, Bezirk) gestaltete sich die Ideenumsetzung jedoch langsam und schwierig, da alle relevanten Akteure unter einen Hut zu bringen waren. Daher ist Scheeres froh, das neue Erwachsenenbildungsgesetz noch vor der Sommerpause auf den Weg gebracht zu haben.

Sabine Weißler, Stadträtin für Weiterbildung und Kultur im Bezirk Mitte

Sabine Weißler begrüßte die Entwicklung des neuen Gesetzes. Gleichzeitig forderte sie jedoch nicht nur neue Lehrerinnen und Lehrer, sondern auch zusätzliches Personal für Management oder im Bereich der Digitalisierung. Zugleich warnte Weißler vor der Überteuerung der Kurse, dem die Regierung entgegenwirken müsse. 

Was bewirkt das neue Erwachsenenbildungsgesetz? 

Das neue Gesetz soll dazu beitragen, Erwachsenenbildung zu stärken und sie nicht länger als „Stiefkind“ zu behandeln: „Berliner Volkshochschulen verdienen einen besseren Stellenwert im Bildungssystem, beginnend bei der gebührenden Anerkennung“, so Scheeres. Das neue Gesetz soll zudem bestimmte Maßstände setzten, beispielsweise beim Kursangebot oder für eine angemessene Ausstattung der vhs. Finanziell muss dies jedoch immer bei den Haushaltsverhandlungen, wie etwa im Berliner Senat, verhandelt werden. 

Berufssprachkurs Deutsch – Was motiviert zur Teilnahme? 

Anschließend besuchte die Senatorin einen Berufssprachkurs. Michael Weiß stellte die Deutschlehrerin Edith Kalka vor und verwies darauf, dass durchschnittlich mehr weibliche Teilnehmer die vhs-Kurse besuchen. So auch eine junge Türkin, die wieder als Kinder-Chorleiterin tätig sein will: ihr Motivationsgrund für die Kursteilnahme. Sie und die anderen Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer wurden durch die Agentur für Arbeit auf den vhs-Deutschkurs aufmerksam, die auch die Kurskosten übernimmt. Laut Michael Weiß ist dies ein wichtiger Einflussfaktor auf die Kursnachfrage.

Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer bekräftigten ihren Wunsch weiter Deutsch zu lernen. Sie und Dozentin Edith Kalka sind überzeugt, dass die bevorstehenden Prüfungen erfolgreich laufen. 

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