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Deutscher Volkshochschul-Verband

Radikalisierungsprävention im Bildungsangebot der Volkshochschulen

Broschüre: Hintergrundinformationen und praktische Ansätze für eine gelingende Implementierung primärpräventiver Angebote

Inhalt

Radikalisierungsprävention an Volkshochschulen

Radikalisierungsprozessen junger Menschen präventiv zu begegnen, bedeutet mehr als die Durchführung repressiver Maßnahmen durch staatliche Instanzen. Die Entwicklung lokaler Handlungsstrategien und die Umsetzung präventiver Maßnahmen zur Vorbeugung von Radikalisierungsprozessen sind zwingend notwendig, um auf derzeitige gesellschaftiche und politische Tendenzen zu reagieren. Radikalisierungsprävention benötigt dementsprechend einen ganzheitlichen Ansatz, der repressive und präventive Maßnahmen kombiniert. In diesem Zusammenhang sollte Zielsetzung primärer Präventionsarbeit sein, demokratische Einstellungen und Verhaltensweisen zu fördern sowie allen Extremismusformen entgegen zu treten.


Radikalisierungsprävention benötigt eine ganzheitliche Strategie.

Um eine ganzheitliche Strategie zu entwickeln, müssen Akteur*innen aus verschiedenen Handlungsfeldern einbezogen werden. Neben der Kombination von repressiven und präventiven Maßnahmen ist für die Effektivität der Präventionsarbeit die Entwicklung eines lokalen Netzwerks notwendig. Mit Hilfe eines solchen Netzwerks können die verschiedenen Sozialräume und individuellen Bedürfnisse der Individuen berücksichtigt werden. Radikalisierungsprävention ist daher als Querschnittsaufgabe zu bezeichnen, welche unterschiedliche Akteur*innen und ihre Kompetenzen benötigt.

Radikalisierungsprävention ist eine Querschnittsaufgabe.

Der Aufbau eines Netzwerks und die Konzeption geeigneter Maßnahmen der Präventionsarbeit benötigen Zeit. Da lokale Kontextfaktoren verschieden sind, kann ein einziger Aktionsplan nicht regionenübergreifend effektiv sein. Die Individualität der sozialen, kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Faktoren erfordert eine Bedarfsanalyse. Dies ist sowohl hinsichtlich der Planung von Maßnahmen auf nationaler und kommunaler Ebene, als auch mit Blick auf die Durchführung von Projekten im vhs-Kontext zu beachten.

Radikalisierungsprävention benötigt Zeit.

Als Orte der Demokratie können Volkshochschulen das Bewusstsein für demokratische Prozesse stärken, indem sie den gesellschaftlichen Austausch initiieren und die Lebenswelten der Individuen aufgreifen. Angebote der vhs sind offen für alle Menschen, unabhängig ihrer kulturellen und religiösen Identitäten oder dem sozioökonomischen Hintergrund. Daher ist es naheliegend, Volkshochschulen in die Arbeit der Radikalisierungsprävention einzubeziehen.

Ziel dieser Broschüre

Was beutet Radikalisierungsprävention? Welche Formen des politischen und religiösen Extremismus existieren? Welche Motive begünstigen eine Radikalisierung junger Menschen? Die Intention der vorliegenden Broschüre ist es, genau diese Fragen zu klären und Anregungen zu geben, wie Präventionsarbeit im vhs-Kontext implementiert werden kann.

Um einen gemeinsamen Referenzrahmen für die anknüpfenden Beschreibungen der praktischen Präventionsarbeit zu schaffen, werden zunächst Hintergrundinformationen zu den Bereichen der Präventionsarbeit, den Formen des Extremismus sowie den Motiven einer Radikalisierung junger Menschen vermittelt. Im Anschluss werden Anknüpfungspunkte der Präventionsarbeit im vhs-Kontext dargestellt. Zahlreiche Praxisbeispiele verdeutlichen die möglichen Anlaufstellen zur Fort- und Weiterbildung sowie der Beratung für vhs-Kursleitende und pädagogische Mitarbeiter*innen der vhs. Die Broschüre gibt darüber hinaus Anregungen zur Implementierung präventiv pädagogischer Maßnahmen im vhs-Bildungsangebot. Erfahrungsberichte von verschiedenen vhs-Standorten zeigen den Mehrwert einzelner Maßnahmen des DVV-Projekts „Prävention und Gesellschaftlicher Zusammenhalt“ auf und vermitteln einen authentischen Zugang zum Handlungsfeld der Präventionsarbeit im vhs-Kontext.

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Sie können die Publikationen, welche im Rahmen des PGZ-Projekts entwickelt werden, auch als Print-Versionen bestellen. Hierzu füllen Sie bitte folgendes  Bestellformular aus.

Einblick in Wissenschaft und Praxis

Im Rahmen des DVV-Fachaustausches 2018 in Aachen konnte das Projekt Prävention und Gesellschaftlicher Zusammenhalt Frau Dr. Beate Blüggel, Direktorin der vhs-Aachen, und Herrn Umut Akkuş, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fachhochschule Dortmund und Doktorand an der Universität Bielefeld, interviewen. Die vollständigen Interviews finden Sie in der Broschüre.

Maßnahmen der politischen Bildung können wichtige Anknüpfungspunkte sein. Im Rahmen dieser Maßnahmen können Personen für politische und soziale Themen sensibilisiert und alternative Handlungsoptionen aufgezeigt werden.

Umut Akkuş, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der FH Dortmund und Doktorand an der Universität Bielefeld

Das Zauberwort ist ‚Multiplikator*innen‘. Durch die verbreitet sich das Wissen schneeballartig. […] Meine Hoffnung ist, dass diese zahlreichen Projekte die Menschen tatsächlich sensibilisieren, sodass Nachhaltigkeit entwickelt werden kann.

Dr. Beate Blüggel, Direktorin der vhs-Aachen

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Bildnachweise

  • pixabay - Lizenzfrei
  • Prävention und Gesellschaftlicher Zusammenhalt / DVV