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Deutscher Volkshochschul-Verband

Umstellung auf Digitale Weiterbildung – wie Volkshochschulen auf die Einschränkungen durch Corona reagieren

Not macht erfinderisch. So erweitern viele Volkshochschulen ihr Angebot um Online-Formate. Wir haben mit Ulrich Holzapfel von der vhs Straubing gesprochen, wie er mit der derzeitigen Situation umgeht.

Die Anweisungen trudelten nach und nach ein, erst von Landes - oder Kommunalbehörden, zuletzt dann am 16. März 2020 von der Bundesregierung: Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr mit COVID-19 bei Gruppenveranstaltungen werden Zusammenkünfte in Volkshochschulen und sonstigen öffentlichen und privaten Bildungseinrichtungen verboten. 

Die Verantwortlichen mussten schnell reagieren und alle Kurse, Seminare und Veranstaltungen absagen. Gleichzeitig wurden die ersten Ideen geboren: Umstellung auf digitale Angebote. Einige vhs reagierten schnell und hatten schon einige Tage später die ersten Online-Seminare oder Webinare im Programm. So auch die Volkshochschulen in Bayern, die unter dem Schlagwort „vhs.daheim“ Angebote aus verschiedenen vhs sammeln und online zugänglich machen.

Zu Hause gemeinsam lernen

Die Alternativen bieten den Teilnehmenden die Möglichkeit aktiver sozialer Teilhabe am öffentlichen Leben. Trotz Kontaktsperre und Ausgangsbeschränkungen ist der Austausch mit anderen Menschen möglich und ein Netzwerk von Lernenden erlebbar. Auch für die meist freiberuflichen Kursleiter*innen sind Video- Vorträge oder Online-Seminare eine Option, wenigstens eine kleine Anzahl an Honorartätigkeiten durchführen zu können.

So auch vhs Straubing, die unter dem Schlagwort vhs.daheim verschiedene Livestreams anbietet. Wir haben den Geschäftsführer Ulrich Holzapfel gefragt, wie er die letzten Wochen erlebt hat.

Herr Holzapfel, was war die größte Herausforderung für die Umstellung auf digitale Angebote?

Dass alles extrem schnell gehen musste. Der bvv (Bayerische Volkshochschulverband, Anm. d. Red.) wollte bereits ab dem 23. März mit vhs.Daheim live senden. Das erste Treffen im Rahmen einer Webkonferenz der ad-hoc-Gruppe bayerischer Kollegen war am Dienstag, den 17. März, zwei Tage später haben wir das Programm für die darauffolgende Woche festgelegt und am Montag um 19:30 Uhr ging es schon los...

Die Technik für LiveStreams und die Erfahrung haben wir in der vhs Straubing bereits, da wir schon öfter Vorträge aus dem vhs-Haus gestreamt haben – und nicht zuletzt die große Auftaktveranstaltung zum grillMOOC letzten Mai. Wir wollten aber auch ein wenig besondere Atmosphäre schaffen, haben dann unseren Tagungsraum schnell umgebaut und mit Möbeln und Accessoires aus privaten Beständen das vhs.WohnZimmer "geschaffen". Aus diesem wird nun ein Großteil unserer Online-Angebote gestreamt.

Die Situation neben #vhsDaheim ist derzeit sehr "dynamisch“. Nebenbei entstehen an unserer vhs momentan ganz viele neue offen buchbare Online-Kurse. Im Hintergrund arbeiten derzeit einige Kollegen mit tatkräftiger Fern-Unterstützung durch die HPM (Hauptamtliche Pädagogische Mitarbeitende, Anm. d. Red.) daran, in der  www.vhs.cloud einen virtuellen Kursraum aufzulegen, damit sich die Stamm-Teilnehmden dort weiterhin treffen können.

Wie ist die Rückmeldung der Teilnehmenden?  Wird das Angebot angenommen?

Bisher haben wir sehr positive Rückmeldungen. Da vhs.Daheim ohne Anmeldung konzipiert ist, wissen wir nicht, wer das Angebot tatsächlich annimmt. Die "Zuschauerzahlen" bei den LiveStreams sind steigend.

Wie sind die Reaktionen der Kursleitenden? Sehen sie die Alternativen skeptisch oder als schöne Herausforderung?

Es kommen derzeit tatsächlich viele Kursleiter auf uns zu, die entweder Angebote für den LiveStream haben, neue Online-Kurse anbieten möchten oder ihre derzeit ausgesetzten Präsenzkurse auf die Schnelle um einen "online-Treffpunkt" in der vhs.cloud ergänzen möchten.

Natürlich sind erst wenige von ihnen schon fit in der vhs.cloud ­- da machen die HPM's jetzt manches in "Fern-Wartung" ad-hoc, soweit das möglich ist. Jetzt kommt es uns zu Gute, dass wir als DigiCircle-vhs schon lange mit der vhs.cloud arbeiten, sowohl mit Teilnehmenden wie auch vhs-intern, und auch Schulungen im Haus hatten...

Es ist ein gute, schöne, spannende Entwicklung - schade dass es dazu die Corona-Krise brauchte!

Was war ihr schönster Moment während der bisherigen Zeit mit Kontaktsperre und Ausgangsbeschränkungen?

Viele Freunde, Bekannte und auch gut bekannte Kursleiter sind initiativ auf mich zugekommen und haben Ihre Hilfe angeboten haben. Dass so viele sogar den immensen Mut aufbringen, sich live vor die Kamera zu stellen und da zu "performen"!!! Aber auch der Einsatz unseres kleinen vhs-Teams in diesen unsicheren Zeiten ist beeindruckend - das macht Mut!

Digitalisierung auf gutem Weg

Auch wenn die Veränderungen ungeplant und plötzlich kamen, so zeigt die aktuelle Situation doch, dass Weiterbildung und Lernen auch digital funktionieren kann. Der Deutsche Volkshochschul-Verband versucht die Volkshochschulen dabei zu unterstützen, mit Projekten wie vhs.now und der vhs.cloud oder auch im vhs-Lernportal oder vhs-Ehrenamtsportal. Mithilfe von innovativen Tools fördern wir sowohl die Zusammenarbeit zwischen den vhs und ermöglichen gleichzeitig die Bereitstellung von Lernformaten und Bildungsangeboten für interessierte Bürgerinnen und Bürger.

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • Ulrich Holzapfel / vhs Straubing
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  • Ulrich Holzapfel / vhs Straubing
  • Ulrich Holzapfel / vhs Straubing
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