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02.10.2026

Wie in Frankfurt Sprache Chancen stiftet

Integrationsbeauftragte der Bundesregierung besucht vhs-Projekt zur Arbeitsmarktvorbereitung

Natalie Pawlik, MdB, am 2. Oktober 2026 in Frankfurt am Main im Gespräch mit einem Praktikanten

Wie gelingen Integration in eine sich wandelnde Arbeitswelt und der möglichst reibungslose Erwerb der hierfür nötigen (Sprach-)Kenntnisse? Das Projekt „Work2Speak“ zeigt seit diesem Jahr, wie Sprachförderung und berufliche Orientierung praxisnah Hand in Hand gehen können.

Beim Besuch von Natalie Pawlik, Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, in Frankfurt am Main präsentierten die vor Ort engagierten Projektteams ihre aktuelle Arbeit und den regionsübergreifenden Einsatz der Volkshochschulen für eine praxisnahe Integration in die Ausbildungs- und Berufswelt.

Im Rahmen der diesjährigen Interkulturellen Wochen, zu denen auch der Tag des Flüchtlings gehört, war Pawlik am 2. Oktober gemeinsam mit DVV-Verbandsdirektorin Julia von Westerholt und der kommunalen Bildungsdezernentin Sylvia Weber in den Frankfurter Stadtteil Hoechst gekommen. Im direkten Austausch mit Lehrkräften, lokalen vhs-Verantwortlichen, Lerner*innen und Praktikant*innen erhielt die Vertreterin der Bundesregierung Einblicke in die Arbeit des Projekts „Work2Speak“ und konnte sich im Dialog über Gelingensbedingungen praktischer Integrationsarbeit informieren.

Die Projektteams des Vereins Lichtgrenze Bremen e. V. und aus der Volkshochschule Frankfurt am Main zeigten, wie sie Geflüchtete aus der Ukraine dabei unterstützen, Sprachkenntnisse aufzubauen, in Kooperation mit Unternehmen wie der Frankfurter Niederlassung des Gebäudetechnikdienstleisters Spie beruflicher Neugier und Talenten Raum zu geben und erste praktische Erfahrungen zu sammeln.

Damit leisten sie, wie beim Besuch des Bildungs- und Kulturzentrums Frankfurt-Höchst und des Kinderzentrums Meta-Gadesmann-Straße deutlich wurde, Tag für Tag einen kaum hoch genug einzuschätzenden Beitrag zum Ziel, Integration und Weiterbildung so praxisnah wie möglich mit den spezifischen Anforderungen eines aktuell anspruchsvollen Arbeitsmarktes zu verknüpfen.

Sprachförderung und Arbeitsmarkt zusammendenken

Als Modellprojekt läuft „Work2Speak“ außer in der Main-Metropole seit Mai 2026 in Bremen und im niedersächsischen Ammerland. Wesentliches Merkmal an allen drei Projektstandorten ist die Verbindung von Spracherwerb, beruflicher Orientierung und praxisnahen Erfahrungen bei kooperierenden Unternehmen.

Die in Frankfurt am Main und an den beiden weiteren Projektstandorten beteiligten Volkshochschulen bringen dabei ihre Expertise in der Erwachsenenbildung und Sprachförderung ein und schaffen somit Lernangebote, die sich an den konkreten Lebens- und Berufsperspektiven der Teilnehmenden orientieren.

Zugleich übernehmen sie eine zentrale Rolle bei der Vernetzung lokaler Akteure. Die fruchtbare Zusammenarbeit mit Kommunen und Unternehmen bildet eine zentrale Grundlage des Ansatzes und eröffnet Zugänge zu beruflichen Erfahrungsräumen. Work2Speak steht damit beispielhaft für das Engagement der Volkshochschulen, Integration praxisnah zu gestalten, regionale Partnerschaften zu stärken und Menschen beim Übergang in Ausbildung und Beruf zu begleiten.

Der Besuch in Frankfurt machte nicht nur der Staatsministerin, sondern auch den Volkshochschul-Verantwortlichen deutlich, wie die Projektarbeit vor Ort wirkt und welche Entwicklungsmöglichkeiten in einer engen Verzahnung von Spracherwerb und beruflicher Integration liegen. 

„Stillstand und Rückbau keine Optionen“ – worauf es jetrzt ankommt

Für eine erfolgreiche Fortführung in den kommenden Jahren braucht es, auch das wurde zu Monatsbeginn in Frankfurt am Main deutlich, verlässliche und langfristig gültige Rahmenbedingungen. DVV-Verbandsdirektorin Julia von Westerholt betonte deshalb die Bedeutung einer nachhaltigen und auskömmlichen Förderung bundesweiter Integrationskurse. „Stillstand und Rückbau im Integrationskurssystem sind keine Option, sondern das Projekt zeigt modellhaft, welche Entwicklungsmöglichkeiten es gibt“, erklärte sie im Anschluss an den Besuch der zwei hessischen Projektstandorte.

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Bildnachweise

  • vhs Frankfurt am Main

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