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Deutscher Volkshochschul-Verband

04.09.2019

Weltalphatag 2019

Volkshochschulen fordern die Ausweitung der Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung

Anlässlich des Weltalphabetisierungstags am 8. September erneuern die Volkshochschulen in Deutschland ihre Forderung nach einer staatlichen Regelförderung für die Teilnahme an Kursen der Grundbildung und Alphabetisierung. „Menschen mit geringer Lesekompetenz sind oft von staatlichen Transferleistungen abhängig oder arbeiten in prekären Beschäftigungsverhältnissen. Es ist schlicht weltfremd, anzunehmen, dass diese Menschen ihre nachholende Grundbildung selbst finanzieren können“, verdeutlicht Ulrich Aengenvoort, Direktor des Deutschen Volkshochschul-Verbandes (DVV). Als Erwachsene Lesen und Schreiben zu lernen, ist ein großer Kraftakt! Auf dem Weg in eine dauerhafte und existenzsichernde Beschäftigung aber meist unumgänglich.

„Da ein Grund für schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt mangelnde Grundbildung ist, wollen wir die nationale Dekade für Alphabetisierung ausbauen…“, lautet eine hehre Zielsetzung des Koalitionsvertrages, deren Umsetzung bislang auf sich warten lässt. Gemeinsam mit anderen Partnern innerhalb der Dekade fordert der Deutsche Volkshochschul-Verband entscheidende Verbesserungen in allen Handlungsfeldern der Alphabetisierung und Grundbildung. Dies haben die Träger auch in einer gemeinsamen Stellungnahme ausführt.

Besonders wichtig ist aus Sicht der Volkshochschulen, mehr Lehrkräfte für die Alphabetisierung zu gewinnen und sie fachlich zu qualifizieren. Mit der Basisqualifizierung ProGrundbildung besteht dafür eine solide Grundlage, deren Umsetzung flächendeckend von Bund und Ländern gefördert werden muss.

Wichtig ist auch ein digitales Lernangebot, wie das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte vhs-Lernportal, das Lernenden in Ergänzung zu einem vhs-Kurs kostenfreie Übungen zum Lesen, Schreiben und Rechnen bietet. Dieses Potential muss zum Grundbildungsportal ausgebaut werden.

Und weiterhin wird es wichtig bleiben, Menschen mit geringer Lese- und Schreibkompetenz für das Nachholen von Grundbildung zu gewinnen, auf sie zuzugehen und passende, bedarfsgerechte Angebote für sie zu entwickeln.

Dass der Bedarf an Grundbildungs- und Alphabetisierungsangeboten nach wie vor sehr groß ist, belegen die aktuellen Zahlen der leo-Studie von 2019, wonach 6,2 Millionen Menschen in Deutschland nur gering literarisiert sind. „Ohne flächendeckende Grundbildungsangebote bleibt Betroffenen die uneingeschränkte Teilhabe am öffentlichen Leben verwehrt. Grundbildung ist und bleibt wichtiger Bestandteil der Weiterbildung, der endlich ausreichend gefördert werden muss“, resümiert Aengenvoort die Forderungen des Deutschen Volkshochschul-Verbandes.  

 

Kontakt

Ulrike Arnold
Koordinatorin im Projekt „AQUA – Alphabetisierung als Querschnittsaufgabe“
arnolddvv-vhsde
0228 / 975 69 157

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