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15.10.2026

Antisemitismus: verstehen, besprechen, begegnen

Bildungsangebote der Volkshochschulen und des DVV anlässlich der bundesweiten Aktionswochen gegen Antisemitismus

Die Bildungs- und Aktionswochen der Amadeu-Antonio-Stiftung und des Anne-Frank-Zentrums, die jedes Jahr von Anfang Oktober bis in den November hinein stattfinden, sind der größte zivilgesellschaftliche Zusammenschluss gegen Antisemitismus in Deutschland. In diesem Jahr richtet sich der Fokus auf den zunehmenden Antisemitismus speziell an Hochschulen (Öffnet in einem neuen Tab). Ein neues Lagebild ergibt: 85 % der jüdischen Studierenden in Deutschland haben ihre jüdische Identität bereits mindestens einmal im akademischen Jahr 2024/2025 verborgen. Darüber hinaus kennt jede*r dritte jüdische Studierende jüdische Kommiliton*innen, die körperlich bedroht oder angegriffen wurden, oder Kommiliton*innen, die in einem antiisraelischen Kontext angefeindet wurden. Damit, so der Bericht, liegt Deutschland über dem internationalen Vergleichswert.

Dass Anfeindungen und die Diskriminierung von Jüdinnen und Juden in Deutschland – vor allem nach dem 7. Oktober 2023 – aber nicht nur auf dem Campus, sondern auch in bisher sicher geglaubten Räumen wie der Arztpraxis oder dem Arbeitsplatz zunehmen und bereits in der Kita beginnen, zeigen Erfahrungsberichte von Betroffenen aus einer dreijährigen Studie (Öffnet in einem neuen Tab), die von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes gefördert und ebenfalls Anfang des Monats veröffentlicht wurde.

Was diese Entwicklungen für Konsequenzen haben, ordnet Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, im Rahmen der Veröffentlichung der Studie ein. Jüdinnen und Juden würden zunehmend von einer gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe ausgeschlossen. Zum Selbstschutz müssten sie ihre eigene Identität immer öfter verstecken, dies bedeute Verlust von Freiheit und schüre Angst. „Es ist Zeit, dieser Diskriminierung etwas entgegenzusetzen, damit jüdisches und somit freiheitliches Leben für die gesamte Gesellschaft in unserem Land nicht noch weiter gefährdet wird“, so sein dringender Appell.

Vielfältige Angebote der Volkshochschulen klären auf und machen handlungsfähig

Angebote gegen Antisemitismus sind über das ganze Jahr hinweg fester Bestandteil des Programms der Volkshochschulen in Deutschland – und das für jedes Alter. In Workshops, mit Lesungen, Vorträgen und Diskussionsveranstaltungen bringen sie Menschen zusammen und unterstützen sie dabei, sich antisemitismuskritisch zu informieren und zu erfahren, wie sie sich gegen Diskriminierung einsetzen können.

Auch während der laufenden Aktionswochen bieten sie unterschiedliche Veranstaltungen an:

Online-Kurse und Kurskonzepte des DVV unterstützen bei der Bildungsarbeit

Auch der DVV erarbeitet im Rahmen seiner Projekte Materialien, Fortbildungen und Veranstaltungen für den Umgang mit antisemitischer Diskriminierung und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. 

Zum Thema „Antisemitismus“ stellt er allen Interessierten den Online-Selbstkurs „Antisemitismus: verstehen, besprechen, begegnen“ (Öffnet in einem neuen Tab) zur Verfügung. Der Kurs bietet Möglichkeiten für den persönlichen Wissensaufbau und ist Reflexions- und Lernort zum Umgang mit Antisemitismus. Erklärvideos, Fallbeispiele und interaktive Elemente bieten vielfältige Zugänge und konkrete Vorschläge – insbesondere für den pädagogischen Kontext, aber auch darüber hinaus. Er wurde – im Auftrag des Projektes Prävention und Gesellschaftlicher Zusammenhalt (PGZ) für den DVV – von Jannik Veenhuis inhaltlich erarbeitet.

Das Kurskonzept „Antisemitismuskritik und Rassismuskritik verbinden“ (Öffnet in einem neuen Tab), vom Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit e. V. im Auftrag von PGZ entwickelt, gibt Einblick in die verschiedenen Formen und Ausprägungen sowie Überschneidungen und Wechselwirkungen von Antisemitismus und Rassismus. Darüber hinaus enthält es Arbeitsmaterialien und Ablaufpläne für den Einsatz im Kurs mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Mit dem Planspiel „Mutig handeln!“ (Öffnet in einem neuen Tab) lassen sich Jugendliche und junge Erwachsene im Alter ab 14 Jahren an den Themenkomplex „Antisemitismus im Alltag“ heranführen und in puncto Zivilcourage stärken. Es kann als Methode im Rahmen eines (mindestens) eintägigen vhs-Kurses oder in der außerschulischen Bildung – zum Beispiel an Volkshochschulen, aber auch darüber hinaus – eingesetzt werden. Die Planspielunterlagen (Leitfaden für Kursleitende, Spielunterlagen und weitere Materialien) können kostenfrei als Zipdatei heruntergeladen werden.

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Bildnachweise

  • Amadeu-Antonio-Stiftung

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