Barrierearme Kursorte, einfache Sprache, angepasste Lernmethoden: Menschen mit Behinderungen brauchen speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Angebote, um sich optimal weiterbilden zu können.
Wie Inklusion in der Weiterbildung von innovativen Programmideen profitieren kann, zeigt die Volkshochschule Dresden. Für ihr Projekt „Mit dem Tandem zum Computer-Führerschein – Lernen auf Augenhöhe für Beschäftigte in Werkstätten für Menschen mit Behinderungen“ wurde sie Anfang Oktober mit dem 1. Preis des „Innovationspreis Weiterbildung“ des Freistaats Sachsen ausgezeichnet. Im Panometer in Dresden nahmen Thomas Richter, Heilpädagoge und Kursleiter sowie Anika Gränz, Referentin barrierefreies Lernen und Anja Jäpel-Nestler, stellvertretende Direktorin den Preis für die Volkshochschule entgegen. Im Namen des Ausrichters gratulierten ihnen Patrick Schreiber, Präsident des Landesamts für Schule und Bildung des Freistaats Sachsen, Dr. Kristin Kaufmann, Sozialbürgermeisterin der Landeshauptstadt Dresden sowie Katja Röckel, Medienpädagogin, Laudatorin und Jury-Mitglied und Conrad Clemens, Kultusminister des Freistaats Sachsen.
Digitale Kompetenzen erwerben, Wissen weitergeben – und Selbstwirksamkeit stärken
Der Kurs für den Computer-Führerschein beinhaltet insgesamt 18 Unterrichtseinheiten und vermittelt digitale Grundkompetenzen in kleinen, praxisorientierten Lerngruppen – angefangen beim An- und Ausschalten des Computers über die Nutzung von klassischen Desktop-Anwendungen bis hin zum Verschicken von E-Mails und dem sicheren Verhalten beim Surfen im Internet.
Besonders macht das Angebot das „Lehrtandem“: Mit dem Dozenten Stephan Schütz, selbst Mitarbeiter in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen, leitet ein Experte in eigener Sache den Unterricht auf Augenhöhe zu den Teilnehmenden. Er kennt die alltäglichen Barrieren, die Menschen mit Lernschwierigkeiten und andere Digital Immigrants an digitaler Teilhabe hindern, nur zu gut und kann seine Erfahrungen vielschichtig einbringen. Der Heilpädagoge Thomas Richter steht ihm mit pädagogischem Wissen und methodischer Vielfalt unterstützend zur Seite.
„Das Projekt stärkt digitale Kompetenzen, Selbstwirksamkeit und gesellschaftliche Teilhabe“, urteilt die 13-köpfige Jury des mit insgesamt 40.000 Euro dotierten Preises und führt in ihrer Begründung weiter aus: „Die Kombination aus Dozent mit eigener Werkstatterfahrung, heilpädagogischer Begleitung und vhs schafft einen inklusiven Lernort mit hoher Identifikation.“
Für die vhs Dresden ist die Auszeichnung eine Bestätigung ihres Anspruchs, Bildung möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen. Der 1. Preis zeigt: Inklusion kann gelingen, wenn Menschen nicht nur über Teilhabe sprechen, sondern Bildung gemeinsam gestalten.