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13.10.2026

Katastrophenvorsorge ist auch Bildungsaufgabe

Volkshochschulen stärken gesellschaftliche Resilienz

Wie gut eine Gesellschaft auf Krisen vorbereitet ist, hängt auch davon ab, ob Menschen wissen, was im Ernstfall zu tun ist. Volkshochschulen schaffen dafür Bildungsangebote vor Ort. Der Deutsche Volkshochschul-Verband (DVV) fordert, die Erwachsenenbildung stärker in die Strategien und Maßnahmen des Bevölkerungsschutzes einzubeziehen.

Zum Internationalen Tag der Katastrophenvorsorge am 13. Oktober steht die Frage im Raum, wie Menschen besser auf Krisen vorbereitet werden können. Der Bund will Zivilschutz künftig stärker im Schulunterricht verankern. Das ist ein wichtiger Schritt. Doch Bildung für den Bevölkerungsschutz muss alle Altersgruppen erreichen: Wo finden wir im Ernstfall verlässliche Informationen? Welche Risiken betreffen uns im Alltag und wie können wir uns und andere schützen? 

Starke Bildungspartnerschaften für den Schutz der Gesellschaft – im Bund, in den Ländern und Kommunen

Wie starke Bildungspartnerschaften aussehen können, zeigen zwei Beispiele aus dem vhs-Netzwerk. Die vhs Warendorf bietet gemeinsam mit der örtlichen Feuerwehr die Schulungsreihe „Notfallvorsorge und Katastrophenschutz“ an. Die Kooperation verbindet die Bildungsarbeit der vhs mit der fachlichen Expertise der Feuerwehr und bereitet Bürger*innen auf mögliche Notfälle und Katastrophen vor. Sie werden befähigt, in Krisensituationen sicher und wirksam zu handeln, Eigenverantwortung zu übernehmen und andere zu unterstützen.

In Sachsen-Anhalt haben der Landesverband der Volkshochschulen und die Landesregierung Bevölkerungsschutz und Notfallvorsorge in einer förderpolitischen Vereinbarung verankert. Das Innenministerium bringt Fachwissen ein, der Landesverband koordiniert die Angebote und den Erfahrungsaustausch, das Bildungsministerium unterstützt die Einbindung in bestehende Strukturen. Die Veranstaltungen werden im Rahmen der regulären Förderung nach dem Erwachsenenbildungsgesetz des Landes unterstützt.

Volkshochschulen vermitteln gemeinsam mit Kommunen, Feuerwehren und weiteren Partnern vor Ort Wissen und bereiten Menschen auf den Ernstfall vor. Dabei geht es um mehr als Informationsmaterial und Checklisten. Es geht darum, diese allgemeinen Empfehlungen auf die eigene Lebenssituation übertragen zu können. Dafür braucht es niedrigschwellige Angebote, die nah am Alltag der Bürger*innen ansetzen: wirksame Vorsorge für einen Stromausfall, die richtige Einordnung von Warnmeldungen oder die effektive Unterstützung hilfsbedürftiger Angehöriger oder Nachbar*innen. 

Pakt für Bevölkerungsschutz: Erwachsenenbildung muss einbezogen werden

Der im Mai 2026 beschlossene Pakt für den Bevölkerungsschutz der Bundesregierung ignoriert bislang die Potenziale der Erwachsenenbildung. Bund und Länder sollten die Erwachsenenbildung systematisch einbeziehen und die notwendigen Rahmenbedingungen zur Förderung entsprechender Bildungsangebote schaffen. Volkshochschulen bringen dafür entscheidende Voraussetzungen mit: Sie sind kommunal verankert, für alle Bevölkerungsgruppen zugänglich und können ihre Angebote an die jeweiligen Gegebenheiten vor Ort anpassen.

Der DVV bringt diese Perspektive auf bundespolitischer Ebene ein. Seit Januar 2024 ist der Verband Mitglied im Akteursnetzwerk Bildung, Kultur und Medien des Umsetzungsbeirats der Nationalen Plattform Resilienz. (Öffnet in einem neuen Tab) Dort vertritt er die Interessen der Erwachsenenbildung und setzt sich dafür ein, Volkshochschulen als Partnerinnen für Bevölkerungsschutz und Krisenvorsorge stärker einzubeziehen.

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