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22.07.2026

Von Volkshochschulen und lernenden Städten

Moldauische Delegation erhält Einblicke in das deutsche Erwachsenenbildungssystem

(v. l. n. r.) Dr. Ludmila Stihi, Julia von Westerholt und Liliana Nicolaescu-Onofrei

Wie ist die Erwachsenenbildung in Deutschland organisiert? Welche gesetzlichen Grundlagen gelten auf Länderebene? Wie werden Einrichtungen der Erwachsenenbildung finanziert und welche Akteur*innen prägen den Sektor? Diesen Fragen ging eine hochrangige Delegation aus der Republik Moldau im Rahmen einer Deutschlandreise vom 13. bis 18. Juli 2026 nach. Unter den Teilnehmenden befanden sich die Vorsitzende des Bildungsausschusses aus dem nationalen Parlament Liliana Nicolaescu-Onofrei, die Staatssekretärin im Bildungsministerium Dr. Ludmila Stihi und weitere wichtige Entscheidungsträgerinnen aus dem Bildungsministerium sowie der Stadtverwaltung Chişinău, der Hauptstadt des südosteuropäischen Binnenstaats.

Die Studienreise, die von DVV International in Zusammenarbeit mit den Volkshochschulen Berlin Mitte und Rostock sowie dem UNESCO-Institut für lebenslanges Lernen (UIL) organisiert und vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziell unterstützt wurde, führte die Delegation nach Berlin, Hamburg und Rostock. Den Auftakt in Berlin bildete der Besuch beim Deutschen Volkshochschul-Verband (DVV), wo die Verbandsdirektorin Julia von Westerholt zusammen mit Kolleg*innen von DVV International die Gäste empfing und die Arbeit des Verbandes vorstellte. Im Anschluss folgte ein Austausch über aktuelle verbandspolitische Themen, außerdem gab der Regionalleiter von DVV International für Östliche Nachbarn, Levan Kvatchadze, der Delegation eine Einführung in das deutsche Erwachsenenbildungssystem.  

Am darauffolgenden Tag machten die Gäste Station in der vhs Berlin Mitte, der größten der zwölf Volkshochschulen der Hauptstadt. Zusammen mit Sabine Grabow vom Berliner Senat, Stephanie Vonscheidt, der Leiterin des Servicezentrums der Berliner Volkshochschulen, sowie Manjiri Palicha, Leiterin der Volkshochschule und ihrem Team sprachen sie über die Arbeit der vhs und diskutierten die Besonderheiten des Berliner Erwachsenenbildungsgesetzes sowie die Förderung der Volkshochschulen und anderer anerkannter Träger.

Das Programm in Hamburg startete mit einem Besuch beim UIL. Institutsleiterin Isabell Kempf und ihr Team gaben einen Überblick über ihre zentralen Arbeitsfelder, darunter internationale UNESCO-Programme zur Erwachsenenbildung, den Aufbau von Kapazitäten, das Global Network of Learning Cities sowie den Global Report on Adult Learning and Education (GRALE). Am Nachmittag war das Haus der Bürgerschaft Ziel der Gruppe, in dem sie Cornelia Nienstedt, Leiterin des Staatsamtes im Hamburger Senat willkommen hieß. Danach stellten Ralf Behrens und Jürgen Forkel-Schubert von der städtischen Behörde für Umwelt und Energie die „Lernende Stadt“ Hamburg vor. Als eine von vier Städten in Deutschland ist die Hansestadt seit 2019 Teil des UNESCO-Programms der „Learning Cities“ und engagiert sich hier vorrangig im Bereich der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE).

Die letzten zwei Tage der Studienreise verbrachten die Gäste in Rostock. Der Leiter der dortigen Volkshochschule, Jörg Otto Czimzik, und sein Team hatten ein vielfältiges Informationsangebot zusammengestellt, das neben dem Austausch mit den vhs-Kolleg*innen auch ein Treffen mit Thomas Jackl, dem Abteilungsleiter beim Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung von Mecklenburg-Vorpommern und Maren Akobi, der Leiterin des vhs-Landesverbandes, beinhaltete. Darüber hinaus lernte die moldauische Delegation Marcela Macaru und die Arbeit des Vereins Diaspora Moldova e.V. kennen.    

Die insgesamt einwöchige Reise ermöglichte es den moldauischen Gästen, tiefgehende und praxisnahe Einblicke in das System der Erwachsenenbildung in Deutschland zu bekommen und dabei auch die unterschiedlichen gesetzlichen Rahmenbedingungen der einzelnen Bundesländer kennenzulernen und zu reflektieren.

Die gewonnenen Erkenntnisse sind nicht zuletzt vor dem Hintergrund des laufenden EU-Beitrittsprozesses der Republik Moldau sowie der Reformen der kommunalen Verwaltungsstrukturen bedeutsam. Die Einblicke in das föderal organisierte Erwachsenenbildungssystem und die Rolle der Volkshochschulen auf kommunaler Ebene boten der Delegation wertvolle Impulse für eine mögliche Neugestaltung des moldauischen Erwachsenenbildungssystems. Zugleich wurde deutlich, welchen Beitrag eine leistungsfähige Erwachsenenbildung zur Qualifizierung der Bevölkerung, zur Stärkung demokratischer Strukturen und zur erfolgreichen Umsetzung gesellschaftlicher Reformprozesse leisten kann.

DVV-Verbandsdirektorin Julia von Westerholt (Mitte) und Levan Kvatchadze (links), Regionalleiter von DVV International für Östliche Nachbarn, freuten sich über einen gelungenen Austausch mit den Gästen aus Moldau.

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