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30.07.2026

Ab August: Recht auf Ganztagsbetreuung

Eltern können auf vhs zählen

Am 1. August 2026 tritt der bundesweite Rechtsanspruch auf Ganztagsförderung für Kinder der ersten Klassenstufe in Kraft. Volkshochschulen engagieren sich seit Langem im Ganztag, Eltern von Schulkindern kennen die vhs als zuverlässigen Träger mit pädagogisch wertvollem Angebot.

Eltern, die in einer ländlichen Gegend lange Arbeitswege haben, sind auf den Ganztag besonders angewiesen. Im Landkreis Wiedenbrück in Ostwestfalen erhalten sie tatkräftige Unterstützung von der Volkshochschule Reckenberg-Ems. Bereits seit 2004 ist die vhs Träger des Ganztags. Mit ihren vier Standorten im Kreis betreut sie rund 3.000 Kinder. Etwa zwei Drittel von ihnen nehmen am Ganztagsangebot teil, die anderen sind in der sogenannten Randstundenbetreuung in den Mittagsstunden.

Die Kommunen im Kreis schätzen die vhs als großen und erfahrenen Partner, und für vhs-Leiter André Mannke wird die Volkshochschule mit ihrem Einsatz im Ganztag einmal mehr ihrem Auftrag gerecht, Bildung für Menschen in verschiedensten Lebensphasen anzubieten. Die Arbeit in einem Bereich, der ganz andere Anforderungen stellt als die Erwachsenenbildung, erfordere schon einen langen Atem, sagt André Mannke. „Für den Ganztag werden unter anderem eigene fachliche Konzepte und Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung benötigt. Darüber hinaus wird die vhs Anstellungsträger für pädagogisches Personal.“ Der Ganztag verändere die vhs: „Das erfordert Zeit und Energie, aber die Arbeit mit den Kindern, Eltern und vielen weiteren Kooperationspartnern ist ein enormer Gewinn für die Institution.“

Moderatorin Anne Chebu führte durch den Kongress.

500 Expert*innen diskutieren über Bedingungen für guten Ganztag

Der Ganztag gestaltet Übergänge im Tagesablauf der Schüler*innen, er unterstützt sie aber auch in ihrer persönlichen Entwicklung. Darauf hob der Kongress des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) im bcc Berlin ab, der wenige Wochen vor Inkrafttreten des Rechtsanspruchs unter dem Motto „Übergänge weiterdenken“ stattfand.  Unter den rund 500 Teilnehmenden aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Praxis war auch der Deutsche Volkshochschul-Verband vertreten.

Der Kongress machte deutlich, dass der Ausbau des Ganztags nur gelingen kann, wenn die Bildungsakteure systematisch einbezogen werden. Volkshochschulen können dazu einen wichtigen Beitrag leisten – mit ihrer Erfahrung in der kommunalen Bildungslandschaft und ihrer Vernetzung vor Ort. Dafür braucht es allerdings passende Rahmenbedingungen: Genannt wurden zum Beispiel die stärkere Einbindung der Volkshochschulen in die kommunale Bildungsplanung oder eine nachhaltige Stärkung der jungen vhs als Partnerin im Ganztag. Marc Elxnat vom Deutschen Städte- und Gemeindebund unterstrich, dass die Kommunen für die Umsetzung des Rechtsanspruchs ausreichende finanzielle und personelle Ressourcen benötigen. Ehrenamtliches Engagement und die Zusammenarbeit mit Vereinen seien wertvoll, könnten professionelle Strukturen jedoch nicht ersetzen.

Im Foyer des bcc war die Wanderausstellung "Unlock the Future – Bildungsgerechtigkeit: Schlüssel zur Zukunft" zu sehen.

Ferienbetreuung mit dem talentCAMPus

Im Fachforum zur Ferienbetreuung wurde deutlich, dass gute Ferienangebote verschiedene Ansprüche verbinden: die Kinder gestalten sie mit, sie berücksichtigen den Kinderschutz und werden von Fachkräften angeboten, sie sind kostengünstig oder sogar kostenneutral. Ein Beispiel ist talentCAMPus, das Projekt des DVV im Bundesprogramm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“. Seit 2013 zeigt das Programm, wie qualitativ hochwertige Ferienangebote gelingen.

Neben den Ferienangeboten verfügen Volkshochschulen auch in der Leseförderung, der Unterstützung von Familien oder der Zusammenarbeit mit Familiengrundschulzentren über etablierte Angebote, die den Ganztag gut ergänzen.

Der Kongress hat gezeigt: Ganztagsangebote können Bildungsgerechtigkeit fördern. Sie können aber auch unmittelbar zu Wohlergehen der Kinder und Jugendlichen beitragen, indem sie Vereinsamung entgegenwirken. Ganztag braucht vielfältige Bildungsangebote und starke Kooperationen. Volkshochschulen bringen alles dafür mit – dieses Potenzial muss künftig noch stärker genutzt werden.

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