Liebe Leser*innen,
Union und SPD haben den Zulassungsstopp für Integrationskurse aufgehoben. Gut so, denn Menschen vom Erlernen der Landessprache auszuschließen ist unklug, vor allem dann, wenn das Land sie so dringend braucht wie Deutschland die Zuwandernden. Geflüchtete aus der Ukraine und EU-Ausländer*innen sind nun grundsätzlich wieder zu den Kursen zugelassen. Mit ausreichenden Sprachkenntnissen können sie ihren Alltag selbstständig bewältigen und ihre Fachkenntnisse in der Arbeitswelt anwenden. Das könnten auch Asylsuchende, die im Schnitt über ein Jahr in Deutschland leben, bevor über ihren Aufenthaltsstatus entschieden wird. Hier jedoch sticht politisches Kalkül wirtschaftliche Vernunft: Asylsuchende bleiben weiterhin vom Integrationskurs ausgeschlossen – keine weitsichtige Entscheidung in Zeiten von Arbeits- und Fachkräftemangel. Und: Wie viele Menschen aus der Ukraine und der EU tatsächlich wieder die Chance bekommen, zügig und gründlich Deutsch zu lernen, ist offen, da abhängig von der finanziellen Ausstattung im kommenden Bundeshaushalt. Immerhin werden Entscheidungen von großer integrationspolitischer Tragweite damit nicht mehr hinter verschlossenen Türen eines Ministeriums gefällt, sondern im parlamentarischen Verfahren. Der DVV wird dabei sein. Wir stehen ein für sprachliche und berufliche Integration.
Eine interessante Lektüre wünscht Ihnen
Ihre
Julia von Westerholt