Leises Stimmengewirr im Sölring Museum, eine Kamera wird ausgerichtet, ein Mikrofon nachjustiert – dann beginnt das Gespräch. Ein Jugendlicher stellt Fragen, eine ältere Sylterin erzählt von ihrem Arbeitsalltag früher, vom Wandel der Insel und davon, was Heimat für sie bedeutet. So entfaltete sich in den Herbstferien 2025 das talentCAMPus-Projekt „Treffen der Generationen“.
Generationenprojekt zum Thema Heimat
Vom 20. bis 24. Oktober 2025 arbeiteten 16 Kinder und Jugendliche im Alter von 9 bis 17 Jahren gemeinsam mit älteren Sylter*innen an einem Film über das Thema Heimat. Organisiert wurde das Projekt von der Volkshochschule Sylt in Kooperation mit der Gemeindejugendpflege und den Sölring Museen im Rahmen der talentCAMPus-Förderung. Ziel war es, Begegnungen zwischen den Generationen zu ermöglichen und jungen Menschen einen aktiven Zugang zu kultureller und medialer Arbeit zu eröffnen.
Erinnerungen im Dialog
Im Mittelpunkt standen persönliche Gespräche. Die Jugendlichen bereiteten Interviews vor, stellten Fragen, hörten zu und fragten nach. Die älteren Gesprächspartner*innen berichteten von früheren Arbeitswelten, vom Leben mit den Naturgewalten, vom Tourismus im Wandel der Zeit und von ihrer engen Verbindung zu Meer und Landschaft. Alte Fotografien aus dem Archiv des Museums dienten als Gesprächsanlass und eröffneten Perspektiven auf Veränderungen im Ortsbild und im Alltag. So entstand ein vielschichtiges Bild davon, wie unterschiedlich Heimat erlebt wird.
Jugendliche als Filmschaffende
Die Teilnehmer*innen waren dabei nicht nur hinter der Kamera aktiv. Sie führten Regie, übernahmen Ton und Schnitt und standen selbst vor der Kamera, um ihre eigenen Sichtweisen einzubringen. Für einige war es die erste Erfahrung mit professioneller Medienarbeit, denn das Projekt richtete sich ausdrücklich auch an Jugendliche, die im Alltag nur eingeschränkten Zugang zu kulturellen Angeboten haben. Über die Gemeindejugendpflege wurden sie gezielt angesprochen und begleitet.
Gemeinsames Singen und Filmpremiere
Ein sichtbares Zeichen des Miteinanders war das gemeinsame Einüben des traditionellen Liedes „Üüs Sölring Lön“. Während es bei den Älteren Erinnerungen weckte, betraten viele der Jüngeren damit musikalisches Neuland. Am Ende sangen alle zusammen – eine Szene, die sinnbildlich für das Projekt steht. Der fertige Film wurde im Januar im Sölring Museum uraufgeführt und später auch im Sylter Kino, einem Seniorenheim und in der Bibliothek präsentiert. „Söl“ dokumentiert Begegnungen, die Brücken schlagen, und macht Verbindungen über Generationen hinweg sichtbar.