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Deutscher Volkshochschul-Verband

Rück- und Ausblick im vhs-Ehrenamtsportal

Anlässlich des internationalen Weltflüchtlingstags, dem 20. Juni, blickt das vhs-Ehrenamtsportal auf drei intensive Jahre Projektarbeit zurück.

Seit Mai 2018 können interessierte Engagierte das vom Projekt konzipierte und kontinuierlich erweiterte Online-Angebot nutzen, um Geflüchtete bei der Integration in Deutschland zu unterstützen. Mit dem bereits gestarteten neuen Projektschwerpunkt Alphabetisierung und Grundbildung soll das Ehrenamtsportal außerdem in den nächsten drei Jahren weiter wachsen.

Integration gestalten mit dem vhs-Ehrenamtsportal

Mehr als 50.000 Nutzer*innen haben die online angebotenen Inhalte in zwei Jahren genutzt, davon viele von ihnen regelmäßig. Und die Zugriffszahlen auf die Inhalte steigen kontinuierlich an. Rund 25 Expert*innen und Ehrenamtliche sind in dieser Zeit selbst Akteure des Ehrenamtsportals geworden und gestalten den Webauftritt durch ihre eigenen inhaltlichen Beiträge aktiv mit. Sie alle engagieren sich in der Flüchtlingsarbeit, um den Menschen die Integration in Deutschland zu erleichtern. Das Portal bietet dafür von den Expert*innen verfasste  Themenwelten an, in denen Nutzer*innen Hintergrundinformationen, Materialien und hilfreiche Tipps für die Arbeit mit Geflüchteten erhalten. Kostenlose Sprachmodule für den ehrenamtlichen Einsatz fördern die Kommunikation und erleichtern die Verständigung. Gleichzeitig ermöglicht der kürzlich live geschaltete neue  Community-Bereich als interaktives Forum den Austausch von Ehrenamtlichen und Wissenstransfer untereinander. 

Anhaltendes Engagement in der Flüchtlingsarbeit

Laut den neuesten Zahlen des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) waren 2019 rund 79,5 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht. Das bedeutet einen Anstieg von fast neun Millionen Menschen zum Jahr davor. Zugleich ist es die höchste Zahl an gewaltsam Vertriebenen, die der UNHCR seit Beginn der statistischen Erhebung vor 70 Jahren je registriert hat. Hiermit handelt es sich um ein Allzeithoch, dass die Weltpolitik vor immense Herausforderungen stellt. 

Unterstützt werden Zugewanderte in Deutschland durch anhaltendes Engagement der Zivilgesellschaft, wie eine aktuelle  Studie im Auftrag des Bundesverbandes für Wohnen und Stadtentwicklung zeigt. Demnach gibt es nach wie vor eine stabile bis wachsende Zahl an Unterstützer*innen in Willkommensinitiativen. Dies ist rund fünf Jahre nach dem starken Zuzug von Geflüchteten nach Deutschland ein gutes Zeichen. An der Befragung beteiligten sich insgesamt 137 Willkommensinitiativen. Knapp die Hälfte der befragten Initiativen schätzt die eigene Situation als stabil ein. Nur rund ein Drittel der Initiativen stufte sich als schrumpfend oder gefährdet ein. 

Andere Projekte berichten der Untersuchung zufolge von einer sinkenden Zahl Ehrenamtlicher. Dies liegt vermutlich daran, dass auch deutlich weniger Asylbewerber*innen ins Land kommen als noch in den Jahren 2015 oder 2016. Außerdem gibt es mehr Angebote öffentlicher Stellen, welche die Arbeit Ehrenamtlicher zum Teil ersetzt haben. Sicher ist dennoch: Falls anlässlich der neuesten Zahlen und Entwicklungen in Syrien oder in den Flüchtlingslagern die Anzahl Schutzsuchender in Deutschland erneut rapide ansteigen würde, gäbe es eine große Anzahl an erfahrenen Engagierten. Und mit dem vhs-Ehrenamtsportal zudem ein breites Unterstützungsangebot für neue und erprobte Ehrenamtliche, auf das weiterhin zugegriffen werden kann.

vhs-Ehrenamtsportal mit neuem Schwerpunkt

Seit dem 1. Juni 2020 verfolgt das vhs-Ehrenamtsportal den neuen inhaltlichen Schwerpunkt ehrenamtliches Engagement im Kontext Alphabetisierung und Grundbildung. In den nächsten drei Jahren wird sich das Projektteam dafür einsetzen, bestehende und neue Ehrenamtliche für diese Einsatzfelder zu sensibilisieren und zu qualifizieren. Das zukünftige Angebot wird dabei nicht mehr zwischen Menschen mit Herkunftssprache Deutsch und Menschen mit einer anderen Herkunftssprache unterscheiden. Schließlich haben in Deutschland insgesamt rund 6,2 Millionen erwerbsfähige Menschen Schwierigkeiten beim Lesen, Schreiben und Rechnen – davon über 52 % mit Deutsch als Muttersprache. Mit neuen Inhalten und Formaten soll die geöffnete und deutlich erweiterte ehrenamtliche Zielgruppe darin geschult werden, diese Schwierigkeiten zu erkennen und bestehende Unterstützungs- bzw. Lernangebote aufzuzeigen. Alle bisherigen Themenwelten bleiben erhalten und werden sukzessive um neue Lernbausteine und sogenannte Learning Nuggets aus der Alphabetisierung und Grundbildung ergänzt. Seien Sie gespannt! 

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • Entwicklung und Nachhaltigkeit von Willkommensinitiativen, vhw Schriftenreihe Nr. 13

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