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Deutscher Volkshochschul-Verband

Bürgermeister*innen werben am Vorlesetag fürs Lesen lernen im Erwachsenenalter

Gemeinsame Aktion des Deutschen Städtetags und der Volkshochschulen

Bonn/Köln. Lesen ist der Schlüssel zur Teilhabe. Und es ist nie zu spät es zu erlernen. Zum bundesweiten Vorlesetag am 19. November wenden sich (Ober-)Bürgermeister*innen in ihren Städten und Gemeinden an gering literalisierte Menschen und Personen aus deren Umfeld. In Kooperation mit den örtlichen Volkshochschulen werben sie für das Lesen lernen im Erwachsenenalter. Initiatoren der Aktion sind der Deutsche Städtetag und der Deutsche Volkshochschul-Verband (DVV). 

Laut einer Studie der Universität Hamburg können rund 6,2 Millionen Menschen in Deutschland nicht richtig lesen und schreiben. Die meisten von ihnen haben Deutsch in ihrer Kindheit gelernt, oft als Muttersprache, und sind in Deutschland zur Schule gegangen.

„Die Gründe für geringe Literalität sind vielfältig. Doch niemand muss sich damit abfinden. Auch Erwachsene können lesen lernen“, sagt DVV-Direktorin Julia von Westerholt. Und oft sei es gerade der Wunsch, den eigenen Kindern oder Enkelkindern vorlesen zu können, der Menschen dazu motiviere, sich als Erwachsene noch einmal neu aufs Lesen lernen einzulassen.

Um die Lust am Lesen zu wecken, lesen (Ober-)Bürgermeister*innen am Aktionstag aus Büchern in einfacher Sprache vor. Sie verweisen damit auf Kursangebote der Volkshochschulen und vielfältige Lernmaterialien, die sich speziell an Erwachsene richten.

Literalität als Voraussetzung für gesellschaftliche und berufliche Teilhabe ist den politisch Verantwortlichen in den Kommunen ein wichtiges Anliegen. Denn junge Menschen brauchen ausreichende Lesekenntnisse, um Berufsabschlüsse zu erreichen. Erwerbstätige brauchen sie, um sich weiterzubilden und in einer sich wandelnden Berufswelt den Anschluss zu halten. Auch um sich souverän im öffentlichen Raum zu bewegen, sind Lesekenntnisse essenziell, sei es um Fahrpläne zu entziffern, Öffnungszeiten zu erfassen oder Hinweistafeln zu verstehen. Lesen eröffnet den Zugang zur aktiven Teilhabe am kommunalen Gemeinwesen, ob es nun um behördliche Angelegenheiten geht, um die Teilnahme an Wahlen oder um ehrenamtliches Engagement. Wer lesen kann, kann sich außerdem leichter informieren über das, was vor Ort vor sich geht und sich leichter an öffentlichen Diskussionen beteiligen. 

Auch durch die Digitalisierung wachsen die Anforderungen an literale Kompetenzen: Alltägliche Vorgänge verlagern sich immer mehr ins Netz. Wer Bankgeschäfte online erledigen oder mit Behörden im Internet kommunizieren möchte, muss über ausreichende Lesefähigkeiten verfügen.

„Die gemeinsame Aktion von Kommunen und Volkshochschulen zum Vorlesetag soll für das gesellschaftlich wichtige Thema Literalität sensibilisieren, Tabus brechen, Hemmschwellen überwinden und betroffene Menschen ermutigen, einen Lesekurs an einer Volkshochschule zu besuchen“, so DVV-Direktorin Julia von Westerholt abschließend.

Kontakt

Simone Kaucher

Pressesprecherin

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