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Deutscher Volkshochschul-Verband

talentCAMPus-Ferienbildung geht weiter – auch in der Corona-Krise

In den Osterferien findet kulturelle Kinder und Jugendbildung digital statt

Bonn. Der Deutsche Volkshochschul-Verband (DVV) kann sein Ferienbildungskonzept talentCAMPus fortsetzen. Es ist Teil des Bundesprogramms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat nach Abschluss der Zwischenbegutachtung entschieden, die Förderung wie geplant weiterzuführen. Volkshochschulen und ihre lokalen Partner können also bis 2022 bundesweit Ferienbildungsprojekte für neun- bis 18-jährige Kinder und Jugendliche umsetzen. Trotz der aktuellen Corona-bedingten Schutzmaßnahmen bieten etliche Volkshochschulen Ferienbildung an, indem sie vermehrt digitale Instrumente einsetzen.

talentCAMPus richtet sich in erster Linie an junge Menschen, die von sozialen Risiken betroffen sind. „Die andauernde Schließung von Schulen, Volkshochschulen und anderen außerschulischen Bildungseinrichtungen bedeutet für Kinder und Jugendliche mit schwierigen Bildungsvoraussetzungen vielfach eine Verschärfung ihrer Benachteiligung“, sagt Julia von Westerholt, Direktorin des DVV. Volkshochschulen und ihre lokalen Bündnispartner suchten deshalb nach Wegen, wie sie den Kindern und Jugendlichen, die ohnehin einen erschwerten Zugang zu Bildungs- und Kulturangeboten haben, auch jetzt ein interessantes und kostenfreies Angebot der kulturellen Bildung machen können.

Das notwendige Instrumentarium haben die Volkshochschulen mit ihrer eigenen digitalen Lernumgebung, der vhs.cloud. „Kulturelle Bildung ist für den gesellschaftlichen Zusammenhalt gerade jetzt besonders wichtig und erfordert nicht zwangsläufig, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer physisch zusammenkommen“, sagt Projektleiter Michael Kempmann. In den talentCAMPus-Projekten erleben die Kinder und Jugendlichen interessante Angebote der kulturellen Bildung, die mit der Vermittlung weiterer Kompetenzen verbunden sind. „Gerade solche Zeiten zeigen, wie wichtig der Umgang mit Medien ist“, so Kempmann. „Deshalb freuen wir uns sehr, dass unsere Bündnisse für Bildung trotz Corona-Krise spannende Projekte durchführen – und dabei mit Kindern und Jugendlichen neue digitale Werkzeuge nutzen.“

Das Bündnis um die Volkshochschule Berlin-Neukölln beispielsweise hatte ein theaterpädagogisches Projekt mit dem Titel „Verehrte Werte!?“ geplant. Kurzerhand wurde umdisponiert: Die Teilnehmer*innen werden, frei nach dem Motto „Stay safe! Stay at home!“, zu Expert*innen des eigenen Alltags in der Krise, indem sie Veränderungen in ihrem Zuhause per Video dokumentieren, Interviews mit den Familienmitgliedern führen und ihre eigenen Gedanken und Gefühle in einem Tagebuch erfassen. In der täglich stattfindenden Videokonferenz werden die Arbeitsergebnisse gezeigt, besprochen und durch Tipps aus Filmtechnik und Theorie ergänzt.

Im Projekt „Hoffnung – das Gegenteil von Angst“ beschäftigen sich die Neuköllner Teilnehmer*innen anhand von eigenen Texten, Choreografien und Videos mit der Frage, wie Angst eine Gesellschaft auseinanderreißt und was dieser Angst entgegengesetzt werden kann.

Das Bündnis der vhs Rhön und Grabfeld im nördlichen Bayern hat ebenfalls spontan umstrukturiert und sich die Möglichkeiten des Internets zunutze gemacht: In einem Theater-Projekt beschäftigen sich die Kinder und Jugendlichen unter anderem mit Schauspieltechniken sowie Gebärdensprache und üben sich anhand eines per Post zugesendeten professionellen Theaterschminkkastens in der Maskenbildnerei. Im Projekt „Go on Dancing - Feel the Beat and Move Your Feet!“ lernen die Teilnehmer*innen in der ersten Osterwoche per Video-Stream Breakdance und Hiphop-Tanz. Im lernzielorientierten Angebot geht es vor allem um EDV- und Medienkompetenz.

Einen experimentellen Ansatz verfolgt die vhs Köln in Zusammenarbeit mit Künstler*innen aus der HipHop-Szene: Auf der Website  kissfriend.com ist ein virtueller Raum zum interaktiven Ausprobieren entstanden, in dem gemeinsam Talente entdeckt, gesellschaftliche Herausforderungen diskutiert und innovative Sounds und Videos kreiert werden.

In der kulturellen Bildungslandschaft Weimars spielt talentCAMPus seit Jahren eine große Rolle. Hier sollen geflüchtete Kinder in den Osterferien weiterhin die Möglichkeit haben, ihre Deutschkenntnisse anhand von aufeinander aufbauenden Übungsblättern zu verbessern. Außerdem wird bildungsfernen Kindern eine analoge „Zirkuswundertüte“ mit unter anderem Trainings-, Spiel- und Bastelanleitungen, Malvorlagen, Zirkus- und Zaubertrickutensilien, Geschichten zum Weiterschreiben, persönlichen Briefen und Gedichten zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus können sie sich Zirkusgeräte wie Einräder, Diabolos und Jonglierbälle leihen. Über Chat, Videokonferenz und Telefon stehen die jungen Menschen mit den Dozent*innen in regelmäßigem Kontakt und werden bei ihren zirkuspädagogischen Fortschritten begleitet.

„Kommunikation über Video-Chat, Filmaufnahmen und Fotografie mit dem Handy, Geschichten schreiben mit Texterstellungs- und Plakatgestaltung mit Bildbearbeitungsprogrammen: All das verbessert die Medienkompetenz der Teilnehmer*innen,“ so talentCAMPus-Projektleiter Kempmann. Und auch das momentan allgegenwärtige Thema Corona-Pandemie könne aufgegriffen werden, indem die Jugendlichen beispielsweise für Fake News, also für Falschmeldungen im Internet, sensibilisiert werden.

Kontakt

Michael Kempmann
Projektleiter „talentCAMPus“

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Bildnachweise

  • Deutscher Volkshochschul-Verband e.V.

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