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Deutscher Volkshochschul-Verband

Kinder durch Kunst in der Identitätsentwicklung stärken

An dem Ferienprojekt "Schau her, das bin ich. Mein Leben am Aschenberg" nahmen insgesamt 39 Kinder im Alter von 9 bis 13 Jahren teil. Die Mädchen und Jungen beschäftigten sich im Januar 2020 eine Woche lang mit der eigenen Lebensgeschichte und Herkunft.

"Schau her, das bin ich. Mein Leben am Aschenberg"

Durch den hohen Migrationsanteil am Aschenberg, die teils prekären Lebenslagen und einen hohen Anteil an SGB II - Leistungsempfänger*innen in Kombination mit einem auffallend hohen AfD-Wähler*innen-Anteil kommt es regelmäßig zu Spannungen zwischen Menschen aus verschiedenen kulturellen Kontexten. Um diesen etwas entgegenzusetzen, entschieden wir uns in diesem Ferienprojekt dazu, den Fokus auf die eigene Biografie der Kinder zu legen, die Gemeinsamkeiten zwischen den verschiedenen Lebensgeschichten herauszuarbeiten und sie in der Entwicklung der eigenen Identität zu stärken.

Das Projekt startete am Montag zunächst mit einer Begrüßung, Kennenlern-Spielen und einer kurzen Einführung in die Thematik. In einer Teilgruppe wurden anschließend Lebensbücher gestaltet, indem die Teilnehmenden sich zunächst damit befassten, wer sie sind und was sie mögen, sich mit der Bedeutung des eigenen Namens auseinandersetzten und ein persönliches Wappen gestalteten. Die zweite Gruppe stellte anhand von Lebensbäumen dar, was ihnen Kraft gibt, was sie gut können und was ihre Ziele sind. Nach der Mittagspause tauschten die Gruppen. Am Ende des Tages fand noch eine gemeinsame Reflexion statt. Begrüßung und Reflexion gehörten an allen Projekttagen fest dazu.

Am Dienstagvormittag fand ein Ausflug in die Kinderakademie Fulda statt, bei dem auch Eltern mit dabei waren. Am Nachmittag näherten sich die Eltern im dialogischen Malen biografischen Erfahrungen an, während die Kinder ihre eigenen Silhouetten gestalteten und diese mit Informationen über sich füllten. Anschließend fand ein gemeinsames Familienfest statt. Jede Familie brachte einen Beitrag zum Buffet sowie einen kulturellen Gegenstand mit, welcher in der eigenen Familie eine besondere Tradition innehat.

Am Mittwoch arbeitete ein der Kinder weiter an den Lebensbüchern. Zeitgleich begab sich die zweite Gruppe auf eine Fantasiereise. Die Kinder stellten sich vor, wie ein Flaschengeist auftaucht und sie an genau den Ort bringt, wo sie am liebsten wären, wenn es ihnen mal nicht so gut geht. Genau diesen Ort malten die Kinder dann mit Acrylfarbe auf Leinwände. Nachdem sie ihre Kunstwerke abgeschlossen hatten, wurde die Frage thematisiert, welche Gegenstände und Personen sie am liebsten mit an diesen Ort nehmen würden. Danach hatten die Kinder, die wollten, die Möglichkeit, ihre Gemälde vor den anderen vorzustellen. Am Nachmittag wurde wieder getauscht und gemeinsam mit den Eltern wurde eine Collage zu dem Thema „Meine Familie“ erstellt.

Das Junge Museum in Frankfurt war unser Ziel am Donnerstag. Hier besuchten wir, gemeinsam mit einigen Eltern und Geschwistern, die Sonderausstellung zu Familienspuren. Zudem hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich in Kleingruppen die restlichen Ausstellungen des Museums anzuschauen.

Der Freitagmorgen startete dann für die erste Gruppe mit dem Fertigstellen der Lebensbücher und dem Gestalten von Lebensbooten. Unterdessen formten die Kinder der zweiten Gruppe aus Ton ihren ganz eigenen Oskar oder Stern am "Walk of Fame". Hierbei überlegten die Kinder sich, für welche besondere Leistung sie in der Zukunft einen Preis erhalten möchten. Nach der Mittagspause wechselten die Gruppen erneut.

Am Samstag fand unsere Abschlussveranstaltung statt. Morgens trafen sich Betreuungspersonen, Ehrenamtlichen und Teilnehmenden, um die Ausstellung der Kunstwerke vorzubereiten. Am Mittag kamen dann die Eltern hinzu, welche von den stolzen Kindern durch die Ausstellung geführt wurden die Resultate der Woche bestaunten. Die Veranstaltung endete mit einem lockeren Beisammensein, wobei Raum zum Austausch und Kennenlernen geschaffen wurde.

Juli 2020

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  • AWO Fulda
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