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Deutscher Volkshochschul-Verband

talentCAMPus Köln - Recht auf Kultur

Kommt man zum talentCAMPus in Köln, wirkt es auf den ersten Blick turbulent: Auf allen Fluren der Gesamtschule am Rendsburger Platz wuselt es – trotz Ferien. Überall Kinder, die rennen, toben, quatschen. Mittendrin junge Frauen und Männer in blauen Shirts auf denen talentCAMPus steht: sie ordnen das scheinbare Chaos. D

Der talentCAMPus Köln ist vom Umfang her recht groß. Knapp 200 Jugendliche, die in ca. 20 Workshops zwei Wochen lang viele Möglichkeiten haben, ihre Talente zu entdecken. Teilnehmende aus allen Vierteln der Stadt und aus allen Ländern der Welt. Jungen und Mädchen fast gleich verteilt, aber von der Herkunft und den sprachlichen Kenntnissen könnte es unterschiedlicher nicht sein. Hauptthema des talentCAMPus Sommer 2019 sind Kinderrechte. Die Kinder setzen sich in den Workshops auf viele Arten damit auseinander, von der Zeichnung über Trickfilm, bis hin zu Tanzdarbietungen oder eigenen Raps.

Neben den Dozent*innen, die in den Unterrichtsräumen, Hallen oder auf Exkursionen Dinge vermitteln, hilft ein Sozialarbeiter vor Ort sowie zwei Projektleiter*innen. Bei knapp 200 Teilnehmenden reicht das an Betreuung und Unterstützung aber nicht aus. Deswegen wurde vor Jahren aus der Not eine Tugend gemacht: Die Auszubildenden der Stadt Köln wurden eingeladen teilzunehmen. Mit großer Begeisterung hat die Ausbildungsleitung der Stadt zugestimmt.

Denn der talentCAMPus ist nicht nur für die Teilnehmenden eine Möglichkeit außerhalb der Schule praktisch Dinge zu lernen. Auch die Auszubildenden scheren gerne aus dem Alltag aus und lernen im talentCAMPus ganz neue Fähigkeiten – übernehmen eigenständig Verantwortung für Teilbereiche und sehen, wie sie damit selbst zum Gelingen eines solchen Großprojektes beitragen.

Viele Sachen, die erledigt werden müssen, kennen sie aus dem üblichen Geschäft: es gilt Anwesenheitslisten zu prüfen oder Lieferscheine zu checken. Sie helfen aber auch in Workshops, sorgen auf Exkursionen für einen sicheren Weg, unterstützen bei der Essensvorbereitung und -ausgabe – nicht alltägliche Azubi-Aufgaben.

Hinzu kommt: Die Familien von einigen Auszubildenden stammen auch aus anderen Ländern und damit helfen die mehrsprachigen Auszubildenden sprachliche Barrieren schnell und einfach zu überbrücken. Sie sind selbst nicht viel älter als die Teilnehmenden und haben häufig ähnliche Interessen. So erhöht sich der Kontakt mit den Teilnehmenden und das Vertrauen - Schwellenängste der jüngeren Teilnehmenden wird entgegen gewirkt.

Blaues T-Shirt bedeutet: Achtung! Wir sortieren das Gewusel. Es bedeutet aber auch: Hier machen Menschen der Stadt Köln, ob Dozent*in, Leitung oder Auszubildende*r, eine positive Ferienbildungserfahrung für ihre jüngeren Mitbürger*innen erst möglich. Sie sorgen für den reibungslosen – oder zumindest reibungsarmen – Ablauf, damit 200 Jugendliche zwei Wochen lang Spaß mit kultureller Bildung haben. Sie machen Selbstwirksamkeit erfahrbar und erfahren Selbstwirksamkeit.

Der talentCAMPus Köln: eine positive Erfahrung für die Teilnehmenden sowie die Mitwirkenden.

 

Der talentCAMPus Köln (Sommer 2019) wird im Projekt „talentCAMPus“ des Deutschen Volkshochschul-Verbandes e.V. (DVV) im Programm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Er wird umgesetzt von der Volkshochschule Köln mit ihren lokalen Partnern Lernende Region-Netzwerk Köln e.V., dem Kommunalen Integrationszentrum der Stadt Köln sowie vielen weiteren Unterstützern.

September 2019

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • M. Berg (vhs Köln)
  • M. Berg (vhs Köln)
  • M. Berg (vhs Köln)

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