Vielfalt ist Fakt. Jeder vierte Einwohner Deutschlands ist zugewandert oder Kind von zugewanderten Eltern. Rund um den Aktionstag „Zusammenhalt in Vielfalt“ der Initiative Kulturelle Integration am 21. Mai zeigten Volkshochschulen, wie Zusammenleben trotz starker gesellschaftlicher Spannungen gelingen kann.
Zum Beispiel an der vhs Duisburg: Hier planten und feierten die Teilnehmer*innen der Schulabschlusslehrgänge ein interkulturelles Schulfest. In den Lehrgängen kommen Menschen zusammen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Aber sie haben ein gemeinsames Ziel: ihren Abschluss zu schaffen. Das verbindet – wie auch das gemeinsame Feiern.
Die kvhs Nordwestmecklenburg wandte sich zusammen mit der Kreismusikschule und der MitMachZentrale für das Ehrenamt an alle, die gerade eine Stelle in der Region angetreten haben oder einen beruflichen Neustart dort planen – ob neu nach Deutschland Zugewanderte oder andere. Gemeinsam boten die drei Einrichtungen einen Online-Termin an, bei dem Zuzügler*innen erfahren konnten, wie Bildung, Musik und bürgerschaftliches Engagement beim Ankommen und Einleben helfen.
Einen politischen Akzent setzte die vhs Pankow. In einer Bildungszeit ging es um Wege, Angriffen auf Demokratie und Menschenrechte entgegenzutreten. Autoritäre Sprüche auf der Arbeit, rassistische Äußerungen in der Schlange an der Supermarktkasse oder auch unsägliche Kommentare von Familienmitgliedern bei einer gemeinsamen Feier sind für viele mittlerweile Alltagserfahrung. In Rollenspielen und Gesprächen mit Menschen aus der Praxis wurden Strategien für den Umgang mit gruppenspezifischer Menschenfeindlichkeit erprobt.
Weitere Volkshochschulen warben mit einer Exkursion, einer Ausstellung, Veranstaltungen zur konfessionellen Vielfalt, Musik oder kreativen Aktionen für eine entschlossen offene Gesellschaft. Der DVV lud anlässlich des Diversity-Tags zu einer Begegnung mit Josephine Apraku und Şeyda Kurt ein. Die beiden Autor*innen machten Mut, für Vielfalt einzustehen – getreu dem Motto der kürzlich verstorbenen DVV-Ehrenpräsidentin Rita Süssmuth: „Wer aufhört zu kämpfen, hat schon verloren“.