Das Programm der AfD Sachsen-Anhalt zur bevorstehenden Landtagswahl kündigt einen grundlegenden Umbau des Bildungssystems an. Bildung soll fortan einem einheitlichen „patriotischen“ Kurs folgen. Gemeint ist damit die Parteilinie. Integration und Inklusion lehnt die AfD ab. Das Bildungssystem soll selektiver und weniger durchlässig werden. Bildung soll nicht mehr Urteilsvermögen fördern, sondern Ideologie vermitteln.
Gegen die Pläne der AfD, Bildung umfassend politisch zu vereinnahmen, bezieht der Landesverband der Volkshochschulen Sachsen-Anhalt gemeinsam mit anderen Bildungsorganisationen Position. Die Unterzeichner des Positionspapiers stellen klar, dass Bildung in Deutschland den Auftrag hat, Demokratie zu fördern. Sie bekennen sich „zu einer Bildung, die Menschen stärkt statt formt, konstruktive Kritik fördert statt unterbindet und Vielfalt als Ressource versteht statt als Bedrohung.“ Die Beteiligten – Bildungsverbände, Gewerkschaften, Kirchen und viele weitere – zeigen sich entschlossen, die Errungenschaften jahrzehntelanger demokratischer Entwicklung und gesellschaftlichen Engagements im Bildungswesen zu verteidigen.
DVV-Präsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer und der Vorsitzende des DVV, Martin Rabanus MdB, unterstützen die Initiative mit Nachdruck. „Die Volkshochschulen stehen ein für starke und werteorientierte Bildung, die wissenschaftlich gesicherte Inhalte vermittelt“, sagt Annegret Kramp-Karrenbauer. „Eine Politisierung unseres Bildungssystems lehnen wir ab.“ Für Martin Rabanus stehen die AfD-Pläne im krassen Widerspruch zum Selbstverständnis der vhs: „Die Volkshochschulen sorgen dafür, dass alle Menschen ihre Fähigkeiten entfalten können. Das ist grundlegend für Demokratie, gesellschaftlichen Frieden und Wohlstand. Ausschluss von Bildung ist mit uns nicht zu machen.“