Liebe Leser*innen,
gemeinwohlorientierte Bildungsleistungen bleiben umsatzsteuerfrei – ein wichtiges Ziel, das wir im vergangenen Jahr erreicht haben. Eine weitere akute Herausforderung ist geblieben: Die Beschäftigung selbstständiger Lehrkräfte an Volkshochschulen muss erhalten bleiben und rechtlich abgesichert werden. Hier braucht es in diesem Jahr endlich eine tragfähige und zukunftsfeste Lösung! In den Volkshochschulen gewährleisten rund 175.000 selbstständige Kursleitende Vielfalt und gesellschaftliche Reichweite von Weiterbildungsangeboten. Doch wird ihre Beschäftigung infolge des Herrenberg-Urteils für sie selbst wie auch für die vhs zunehmend zum finanziellen Risiko. Die Politik muss anerkennen, dass selbstständige Lehrkräfte für eine zugängliche und zukunftsfähige Bildungslandschaft unverzichtbar sind. Die Zeit drängt: Ende 2026 läuft die aktuell geltende Übergangsregelung für selbstständige Lehrtätigkeit aus.
Auch bei der Umsetzung des Koalitionsvertrags bleibt viel zu tun. Wir brauchen entschlossene digitalpolitische Initiativen: von der Förderung digitaler Teilhabe über eine altersübergreifende digitale Kompetenzoffensive bis hin zum Digitalpakt Weiterbildung. Dabei wollen wir nicht nur begleiten, sondern gezielt auf Fortschritte hinarbeiten. Ebenso sollte die Bundesregierung ihre Strategien gegen Einsamkeit und für Resilienz mit Nachdruck fortführen. Diese Themen sind gesamtgesellschaftliche Aufgaben. Sie zu bewältigen, erfordert individuelle wie kollektive Handlungskompetenz – und starke Volkshochschulen, die beides vermitteln. Bildung, Begegnung und Stärkung individueller wie kollektiver Handlungskompetenz sind seit jeher Kern unseres Selbstverständnisses. Auch zu diesen Themen werden wir die umfassende Expertise der Volkshochschulen verstärkt einbringen
Eine interessante Lektüre wünscht Ihnen
Ihre
Julia von Westerholt