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Weiterbildung aktuell | Ausgabe 02 / 2026

Der bildungspolitische Newsletter des Deutschen Volkshochschul-Verbandes

Liebe Leser*innen,

ein bewegter Monat liegt hinter uns. Am 1. Februar – kurz vor ihrem 89. Geburtstag – verstarb unsere hochgeschätzte Ehrenpräsidentin Prof. Dr. Rita Süssmuth. Rita Süssmuth war eine Verfechterin inklusiver und integrativer Bildungspolitik, die bis zuletzt an der Seite der Volkshochschulen für die Stärkung der öffentlich geförderten Weiterbildung kämpfte. Sie war eine Visionärin, die immer den Menschen in den Mittelpunkt ihrer Überlegungen stellte und für soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit einstand. In diesem Sinne setzte sie sich auch stets mit großem Nachdruck für die Integration Zugewanderter ein. Ihr verdankt Deutschland ganz wesentlich sein erfolgreiches System der Sprachförderung für Migrant*innen. Früher als viele andere erkannte Rita Süssmuth, dass der Staat aktiv werden muss, damit Zugewanderte in Gesellschaft und Arbeitswelt ihren Platz finden. Der vom Bundesinnenministerium verhängte Aufnahmestopp für freiwillige Teilnehmer*innen an Integrationskursen steht in eklatantem Widerspruch zu dieser Haltung. Er bringt unser Land um wirtschaftlichen und kulturellen Gewinn, den Zuwanderung bringen kann. Gemeinsam mit den kommunalen Spitzenverbänden, den Gewerkschaften und vielen anderen Verbündeten protestieren die Volkshochschulen gegen diese kurzsichtige und folgenschwere Sparaktion. Wer nachweislich funktionierende Integrationsangebote abbaut, schließt Menschen von Bildung aus, sabotiert den deutschen Arbeitsmarkt und torpediert den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Dem stellen wir uns mit aller Kraft entgegen.

Weitaus positivere Aussichten brachte unser Antrittsbesuch bei Bundesministerin Karin Prien im BMBFSFJ. Es wurde eingehend besprochen, welche Bedeutung Volkshochschulen als niedrigschwellige Orte der Begegnung haben und wie sie bei der Vermittlung von Demokratiebewusstsein und Resilienz unterstützt werden können. Dass die immer noch unsichere Rechtslage beim Einsatz selbstständiger Lehrkräfte für die vhs ein erhebliches Problem darstellt, traf auf großes Verständnis. Ein solcher Austausch zeigt, wie gute Zusammenarbeit von Politik und Weiterbildung in Deutschland funktionieren kann.

Eine interessante Lektüre wünscht Ihnen

Ihre

Julia von Westerholt

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