100 Fachleute aus der Politischen Bildung kamen am 10. Februar auf Einladung des Projektträgers beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin zusammen, um Perspektiven der Demokratiebildung zu diskutieren. Organisiert war der Austausch im Format einer Debatte im britischen Unterhaus. Die Teilnehmer*innen wurden aufgefordert, sich gegensätzlichen Positionen zuzuordnen: Braucht unsere Demokratie mehr Konsens oder mehr Streit? Mehr analoge Begegnungen oder mehr digitale? Schwächt oder stärkt KI die Demokratie? Braucht Demokratie eine starke Wirtschaft oder unsere Wirtschaft eine starke Demokratie? Manchen fiel die Entscheidung schwer: Sie sahen jeweils beide Thesen durch valide Argumente gestützt.
Die Tagung formulierte ausdrücklich den Anspruch, dass Demokratie nicht nur als Staats-, sondern auch als Lebensform begriffen und gefördert werden müsse. Aus Sicht des DVV weist gerade dieser Ansatz Erwachsene als zentrale Zielgruppe von Demokratiebildung aus: Demokratie muss immer wieder und lebensbegleitend gelernt werden.
Um Herausforderungen, die sich der Demokratiebildung und Politischen Bildung für Erwachsene aktuell stellen, geht es auch in einem Projekt des Deutschen Volkshochschul-Verbands, das demnächst an den Start geht. Volkshochschulen sehen sich in ihrer Arbeit vermehrt mit der Ablehnung demokratischer und humanistischer Werten konfrontiert. Vhs bundesweit berichten von menschenfeindlichen und/oder extremistischen Einwürfen, mit denen Bildungsveranstaltungen gestört werden, aber auch von Versuchen der Einflussnahme durch rechtsextreme Akteure auf ihr Programm.
Mit dem Projekt will der DVV unter anderem Selbstverständnis und Selbstbewusstsein der vhs als Organisation und als Lernort der politischen Bildung, der Medienkompetenz und des demokratischen Dialogs stärken. Auch sollen die vhs-Mitarbeiter*innen im professionellen Umgang mit Populismus, Desinformation und Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit unterstützt werden. Die Umsetzung des Vorhabens beginnt im Frühjahr.