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Deutscher Volkshochschul-Verband

Prävention und Partizipation auf Burg Rothenfels

Wie können Kinder und Jugendliche während Veranstaltungen geschützt und bestärkt werden? Wie können kritische Situationen im Team besprochen werden? Wie kann man Teilnehmende bei Tagungen stärker einbinden? Diese Fragen wurden während der Fortbildung auf Burg Rothenfels anhand von Praxisbeispielen diskutiert.

Acht junge Menschen, die ehrenamtlich in der Jugendhilfe aktiv sind, beschäftigten sich vom 6. bis 8. März 2020 auf Burg Rothenfels ein Wochenende lang mit Kinder- und Jugendschutz und Möglichkeiten zur Partizipation bei Veranstaltungen. Dabei war viel Raum für eigene Fragen und Beispiele aus der eigenen Praxis eingeplant, um Peer-Learning, Vernetzung und kollegiale Beratung zu ermöglichen. Die Teilnehmenden gehören größtenteils zum Kreis der Teamer*innen der Burg Rothenfels.

Ziel war es, ehrenamtlich Aktive in ihrem Engagement zu unterstützen und sie für ihr Ehrenamt und in ihrer Rolle zu schulen.

Magdalena Kneisel, Jugendbildungsreferentin der Burg Rothenfels

Kindeswohl und Jugendschutz

Am Freitagabend stand die Vorstellung des Tagungsortes mit seinen Angeboten und handelnden Akteuren sowie das gegenseitige Kennenlernen im Mittelpunkt. Dabei sammelten die Teilnehmenden ihre Fragen und Erwartungen für das Wochenende, wie etwa: „Welche Rolle habe ich auf einer Veranstaltung als Teamer*in? Wie gehe ich damit um, wenn es zu Verstößen gegen den Jugendschutz kommt?“ 

Kindeswohl und Jugendschutz waren die Themen am Samstagvormittag. Die Teilnehmenden tauschten sich über ihr Wissen und ihre Erfahrungen zu dem Themenfeld aus. Sie lernten das Schutzkonzept der Burg Rothenfels mit Handlungsakteur*innen und einem Verhaltensschema für den Notfall kennen.

Es folgte ein praxisorientierter Teil. Die Teilnehmenden, die selbst für Veranstaltungen verantwortlich sind, tauschten sich in Kleingruppen über ihre präventiven Maßnahmen im Bereich Kinder- und Jugendschutz aus und stellten diese im Plenum vor. Es schloss sich ein ausführliches Gespräch an. Dabei spielten zum Beispiel die Frage, wie man mit Opfern spricht, und das Thema Nähe und Distanz eine wichtige Rolle. So ging es etwa um Begrüßungsrituale: Bei einigen Tagungen auf der Burg kennen Teilnehmende sich gut und umarmen sich zur Begrüßung. Dies sei anderen unangenehm. Es wurde diskutiert, wie man damit umgehen könne.

Partizipation und Erlebnispädagogik

Am Samstagnachmittag stand das Thema Partizipation auf dem Programm. Die Teilnehmenden tauschten sich über ihre Praxiserfahrungen aus und entwickelten weitere Ideen und Konzepte dafür, wie Kinder und Jugendliche bei der Gestaltung von Veranstaltungen mitwirken können. Die Vorschläge reichten von der Wahl der Themen für künftige Veranstaltungen über das Anbieten freizeitpädagogischer Aktivitäten bis hin zu Peer-Learning und Convention-Angeboten. Hierbei steht Learning by Doing im Vordergrund. Open-Space-Formate, bei denen alle ihr Wissen einbringen können, wurden als gelungenes Element für Tagungen bewertet.

Anschließend lernten die Teilnehmenden einige erlebnispädagogische Übungen mit verschiedenen Materialien kennen. Dazu gehörten zum Beispiel Jonglage oder das gemeinsame Brotbacken am Abend. Währenddessen fand ein weiterer kollegialer Austausch zu aufgekommenen Fragen statt.

Feedback

Am Sonntagvormittag resümierten die Teilnehmenden die Erkenntnisse des Wochenendes und gaben Feedback zu den verschiedenen Angeboten. Sie diskutierten Themen und Formen der zukünftigen Arbeit. Einige Teilnehmende möchten zum Beispiel Teamer*innen-Runden bei ihren Veranstaltungen einführen, bei denen der tägliche Austausch zur aktuellen Situation und kritische Fragestellungen gemeinsam besprochen werden.

„Die Vernetzung zwischen den Teilnehmenden hat gut geklappt und das Peer-Learning wurde konsequent umgesetzt“, sagt Jugendbildungsreferentin Magdalena Kneisel. „Insbesondere der offene Austausch ohne vorbereitete Folienpräsentation und der Transfer für eigene Veranstaltungen wurde von den Teilnehmenden sehr positiv bewertet. In kleinen Gruppen mit großen Wissensdifferenzen und verschiedenen Perspektiven ist dies sehr zu empfehlen. Bei dieser Fortbildung waren sehr erfahrene und auch ganz neue Teamer*innen dabei, und einer der Teilnehmenden war Polizist und konnte die Gespräche mit Hinweisen aus seiner beruflichen Praxis bereichern. Das waren ideale Bedingungen für Peer-Learning“, so Kneisel.


Dieser Artikel wurde von Katharina Reinhold verfasst.

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Bildnachweise

  • Dominik Meixner
  • Burg Rothenfels
  • Burg Rothenfels

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