"Zukunft gestalten, nicht nur begleiten“
Mit diesem Appell eröffnete Marina Bilotta Gutheil, die Vorständin der Volkshochschule Augsburg, die Bundeskonferenz großstädtischer Volkshochschulen in Augsburg am 10. Juni 2026.
Unsere Gesellschaft wandelt sich. Gleichzeitig verengen angespannte kommunale Haushalte und knapper werdende Ressourcen die Spielräume. Das allgemeine Bildungsniveau der Gesellschaft entwickelt sich nicht so wie von vielen gewünscht. Transformationsprozesse rund um KI und radikal veränderte Arbeitswelten betreffen uns alle.
Die strategische Antwort darauf ist: mehr Bildung. Die (großstädtischen) Volkshochschulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz können und wollen Motoren einer neuen Lernrepublik sein. Was es dafür braucht, darum ging es vom 10. bis 12. Juni auf der Bundeskonferenz der großstädtischen vhs unter dem Motto: „Zukunftsort vhs. Zwischen Aufbruch, gesellschaftlicher Wirkung und wirtschaftlicher Not“.
Wichtige wissenschaftliche Impulse kamen von PD Dr. habil. Tetyana Hoggan-Kloubert, Prof. Dr. Kerstin Mayrberger, Prof. Dr. Axel Plünnecke und Prof. Dr. em. Rudolf Tippelt. Außerdem standen lebendige World Cafés für den direkten Austausch der Volkshochschulen, ein kulturelles Rahmenprogramm sowie ein Empfang bei Augsburgs Drittem Bürgermeister Bernd Zitzelsberger auf dem Programm.
Im Zentrum der Konferenz stand die Frage, wie Volkshochschulen als „Teil der demokratischen Grundversorgung“ in Zukunft eine Rolle spielen können: Wie ermöglichen sie soziale Interaktion in der heutigen Migrationsgesellschaft? Was können sie zur Fachkräftesicherung in der Kommune oder zur Förderung von Innovation beitragen? Und welche neuen Allianzen brauchen Volkshochschulen, damit sie wirksam bleiben können?
Eine weitere Frage bewegte die Teilnehmenden während der gesamten Tagung: Wenn die Volkshochschulen eine noch stärkere Rolle für eine Gesellschaft im Wandel spielen sollen, dann müssen ihre Ressourcen auch in Zeiten knapper Kassen gesichert werden. Warum das auch und gerade aus finanzieller Sicht Sinn macht, erklärte Konferenz-Co-Sprecher Jürgen Küfner (vhs Dresden) frei nach John F. Kennedy:
„Es gibt nur eines, was auf Dauer teurer ist als Volkshochschule: keine Volkshochschule.“