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16.06.2026

Haushalt 2027: Sprachförderung erhalten!

Mittelkürzungen gefährden Integration

Zugewanderte müssen ausreichend Deutsch lernen, um die vielen vakanten Stellen in Unternehmen besetzen und ihren Platz in der Gesellschaft finden zu können. Mit den bisher im Bundeshaushalt 2027 eingeplanten 650 Millionen Euro für Integrationskurse ist die Sprachförderung jedoch krass unterfinanziert. Gebraucht werden mindestens 900 Millionen. In einem Positionspapier fordert der DVV gemeinsam mit zahlreichen anderen Verbänden sowie Gewerkschaften die Bundesregierung auf, ihre Zusagen zur Förderung von Integration einzuhalten und die Mittel für Integrationskurse dauerhaft zu sichern. Außerdem sollen die Integrationskurse wieder für alle zugewanderten Menschen geöffnet werden. 

Die aktuelle Entwicklung der Integrationsförderung sieht das Bündnis mit großer Sorge. Anfang des Jahres verhängte das Bundesinnenministerium einen Zulassungsstopp für freiwillig an Integrationskursen Teilnehmende. Mittlerweile wurde die Maßnahme in Teilen zurückgenommen. Menschen im Asylverfahren sowie Geduldete bleiben jedoch weitgehend von einer angemessenen Sprachförderung ausgeschlossen. Und: Die angekündigte Kostenübernahme für nun wieder zugelassene Gruppen steht unter dem Vorbehalt verfügbarer Haushaltsmittel. Mit den derzeit für 2027 eingeplanten Summe ist sie unrealistisch. 

Die Unterfinanzierung der Integrationskurse geht auf Kosten der Betroffenen, der Unternehmen, die vergeblich Fachkräfte suchen, und der beteiligten Bildungseinrichtungen: Deren Kosten steigen, während der Kostenerstattungssatz seit Jahren eingefroren ist. 

Integrationskurse sind ein zentrales Instrument erfolgreicher Integrationspolitik. Sie vermitteln Sprachkenntnisse, fördern die gesellschaftliche Orientierung und schaffen die Voraussetzungen für die Aufnahme einer Ausbildung oder Beschäftigung. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Teilhabe und zur langfristigen Entlastung der sozialen Sicherungssysteme.

In ihrem Positionspapier warnen die Unterzeichnenden vor den Folgen weiterer Einschränkungen: Integration wird verzögert, Beschäftigungsquoten sinken, bewährte Bildungsstrukturen werden geschwächt. Dies werde zu wachsenden gesellschaftlichen Spannungen führen.

Das Bündnis fordert:

  • mindestens 900 Millionen Euro für Integrationskurse im Bundeshaushalt 2027,
  • Öffnung der Integrationskurse für alle zugewanderten Menschen unabhängig von Herkunft und Aufenthaltsstatus,
  • Erhöhung des Kostenerstattungssatzes für Kursträger um zehn Prozent sowie eine Anpassung der Mindesthonorare für Lehrkräfte an die Tarifentwicklung.
     

Die Bundesregierung steht in der Verantwortung, die im Koalitionsvertrag angekündigte stärkere Förderung von Integration mit den notwendigen finanziellen Mitteln zu unterlegen. Integration braucht verlässliche Rahmenbedingungen – und die Bereitschaft, in die Zukunft zu investieren.

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Bildnachweise

  • Getty Images / jacoblund

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