Wie können Volkshochschulen sichtbar bleiben, neue Zielgruppen erreichen und ihre Angebote zeitgemäß kommunizieren? Mit diesen Fragen beschäftigte sich das erste bundesweite vhs-Marketing-BarCamp, das am 6. und 7. Mai 2025 in der vhs Leipzig stattfand. Rund 150 Teilnehmende aus ganz Deutschland kamen für zwei Tage zusammen, um voneinander zu lernen und neue Ideen für das Bildungsmarketing zu entwickeln.
Offenes Format und gemeinschaftliche Themenplanung
Anders als bei klassischen Konferenzformaten stand das Vortragsprogramm beim BarCamp nicht bereits im Vorfeld fest. Stattdessen waren alle Teilnehmenden eingeladen, eigene Ideen einzubringen und gemeinsam den Sessionsplan zu entwickeln: Welche Themen beschäftigen die vhs-Marketing-Community? Wo gibt es Gesprächsbedarf? Wer hat kreative Ideen und Erfahrungen, von denen Kolleg*innen profitieren können?
Auf diese Weise entstand ein vielfältiges Programm mit insgesamt 35 Sessions, die zeigten, wie stark sich Marketing und Öffentlichkeitsarbeit an Volkshochschulen derzeit verändern. Eine Frage zog sich dabei wie ein roter Faden durch nahezu alle Sessions: „Wie können sich Volkshochschulen trotz knapper Ressourcen möglichst sichtbar positionieren?“ Schnell wurde deutlich: Patentrezepte gibt es nicht. Vielmehr braucht es eine kluge Verbindung aus digitalen Werkzeugen, klassischen Kommunikationswegen und persönlicher Ansprache.
Erfahrungsaustausch in den Sessions
In mehreren Sessions ging es um Suchmaschinenoptimierung (SEO) und die neue Bedeutung von GEO („Generative Engine Optimization“) – also die Frage, wie Volkshochschulen künftig auch in KI-gestützten Suchsystemen sichtbar bleiben können. Diskutiert wurden technische Grundlagen wie sprechende URLs, mobile Optimierung oder Kategorieseiten ebenso wie die Bedeutung guter Inhalte, klarer Strukturen und kontinuierlicher Pflege.
Wie in vielen anderen Bereichen wurde auch beim vhs-BarCamp über den Einsatz künstlicher Intelligenz diskutiert. Einigkeit herrschte darüber, dass KI menschliche Kommunikation nicht ersetzen kann, aber als Unterstützung im Arbeitsalltag Entlastung schaffen kann – etwa bei der Erstellung von Kurstexten, bei der Suchmaschinenoptimierung oder als Beratungsassistenz für Interessierte außerhalb der Öffnungszeiten. Gerade mit Blick auf begrenzte personelle Ressourcen sahen viele Teilnehmende hierin große Chancen.
Parallel dazu beschäftigten sich zahlreiche Sessions mit Social Media und Content-Marketing. Deutlich wurde, dass Reichweite heute weniger über perfekte Hochglanzkampagnen entsteht, sondern vielmehr über authentische Inhalte, persönliche Geschichten und echte Interaktion. Diskutiert wurden Plattformen wie Instagram, LinkedIn oder WhatsApp ebenso wie neue Netzwerke im Fediverse. Zugleich ging es immer wieder um die Frage, wie sich Social Media mit den vorhandenen Ressourcen dauerhaft umsetzen lässt.
Das BarCamp zeigte jedoch auch: Trotz aller neuen Entwicklungen verlieren bewährte Kommunikationswege im vhs-Marketing-Mix nicht an Bedeutung. Deshalb wurden in Leipzig selbstverständlich auch aktuelle Trends rund um Programmheft, Newsletter und Infostand diskutiert.
Im Zuge agiler Programmplanung haben viele Volkshochschulen das klassische Programmheft längst zu einem Magazin weiterentwickelt, um die eigene Identität und Markenbildung zu stärken. Der Newsletter wiederum kommt heute kaum noch ohne eine durchdachte Ansprache, Automatisierung und datenschutzkonforme Erfolgsmessung aus. Und im persönlichen Kontakt auf Messen, Stadtfesten oder Veranstaltungen setzen immer mehr Volkshochschulen auf kreative Formate oder Guerilla-Marketing-Aktionen, um Aufmerksamkeit zu erzeugen und neue Zielgruppen zu erreichen.
Austausch als zentraler Mehrwert
Weil bei all diesen Themen jeder von jedem lernen kann, war das erste vhs-BarCamp am Ende ein großer Erfolg. Denn aus den zwei Tagen in Leipzig nahmen die Teilnehmenden nicht nur konkrete Ideen und neue Kontakte mit, sondern auch die Erkenntnis, dass viele Volkshochschulen vor ähnlichen Herausforderungen stehen. Gerade deshalb wurde das offene, kollaborative Format des BarCamps von vielen als besonders bereichernd erlebt.