Unter dem Motto „Tradition & Innovation“ fand am 15. April der Zukunftstag Mittelstand 2026 des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW) (Öffnet in einem neuen Tab) in Berlin statt. Hochrangige Gäste aus der Politik, darunter Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas und Staatsministerin im Auswärtigen Amt Serap Güler kamen bei Podiumsgesprächen mit internationalen Spitzen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen. Diskutiert wurden Themen, die für die Zukunftsfähigkeit des deutschen Mittelstands entscheidend sind: vor allem die sicherheitspolitische Lage, aber auch die digitale Transformation sowie die wirtschafts- und arbeitsmarktpolitischen Rahmenbedingungen.
Um die große Expertise der Volkshochschulen im Bereich der beruflichen Bildung sichtbar zu machen, waren der Deutsche Volkshochschul-Verband (DVV) und der Verein zur Förderung der beruflichen Bildung an Volkshochschulen (BBV) erneut mit einem Stand vor Ort. Als Teil der „Bildungsmeile“ präsentierten sie gemeinsam mit vhs-Vertreter*innen das vielseitige Leistungsspektrum für Unternehmer*innen: von praxisnahen Fort- und Weiterbildungen, die genau auf die Bedürfnisse von Betrieben zugeschnitten sind, über anerkannte Zertifizierungen und branchenspezifische Qualifizierung bis hin zur Sicherung und Gewinnung von Fachkräften.
KMU: Fachkräftegewinnung ist zentrale Herausforderung
Die Gespräche auf den Bühnen und am Stand machten besonders deutlich: Der Fachkräftemangel ist im Mittelstand längst kein drohendes Szenario mehr – er ist in einer großen Zahl von Betrieben Realität, die Wachstum begrenzt und Existenzen gefährdet. Das bestätigen auch wissenschaftliche Daten: Laut einer aktuellen Studie des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung entfallen über 70 Prozent der Fachkräftelücke auf kleine und mittlere Unternehmen (KMU).
Bei der Suche nach neuen Mitarbeitenden legen viele Unternehmer*innen ihre Hoffnung auf zugewanderte Menschen oder solche, die sich noch im Ausland befinden. Besonders Zentralasien steht aktuell im Fokus: In vielen Ländern der Region ist die Bevölkerung vergleichsweise jung, die Arbeitslosigkeit dagegen hoch. Arbeitskräftemigration kann also zur Lösung des Problems beitragen. Doch die Unsicherheiten sind groß: Wie finde ich den bzw. die richtige Mitarbeiter*in? Was wird für die legale Einreise nach Deutschland benötigt? Und wie kann ich den neuen Mitarbeitenden vor Ort helfen, sich einzuleben?
Die Volkshochschulen in Deutschland stehen bei diesen Fragen als verlässlicher Ansprechpartner zur Verfügung. Sie sind nicht nur der bundesweit größte Anbieter von Integrationskursen – sie begleiten Zugewanderte von der ersten Orientierung in Deutschland bis zur Eingliederung in den Arbeitsmarkt und darüber hinaus. Ihre sprachlichen, beruflichen und lebensweltbezogenen Bildungsangebote für Zugewanderte sind auch an den Bedarfen des lokalen Arbeitsmarktes ausgerichtet. Wie erfolgreich vhs Migrant*innen und Unternehmer*innen zusammenbringen, zeigt zum Beispiel das Projekt „KAI – Kurs . Arbeit . Integration“ (Öffnet in einem neuen Tab) der vhs Landkreis Leipzig, das gerade bis zum Jahr 2028 verlängert wurde.
Auch bei der Beratung und Begleitung bei der Fachkräftegewinnung im Ausland verfügen die Volkshochschulen und ihre Verbände über große Expertise. Aktuell zeigt zum Beispiel die vhs Landkreis Cham mit ihrem Programm „Fachkräftegewinnung für Ostbayern“ (Öffnet in einem neuen Tab), wie Auszubildende aus Kirgistan für Gesundheit, Hotellerie, Industrie und Handwerk vermittelt werden können – eine Erweiterung nach Tadschikistan ist bereits in Planung.
Weitere Informationen:
Neue Kooperation von DVV International und der telc gGmbH: „Deutsch Global"
Auf verbandlicher Ebene wird die Fachkräfteeinwanderung ebenfalls in den Fokus gerückt: Seit April 2025 sind DVV International und die telc gGmbH Kooperationspartner im Projekt „Deutsch Global: Sprachkompetenz und -zertifizierung weltweit" (Öffnet in einem neuen Tab). Ziel des Projekts ist es, Arbeits- und Fachkräfte, die nach Deutschland einwandern wollen, bereits in den Herkunftsländern besser auf diesen Schritt vorzubereiten. Durch ausgewählte vorintegrative Maßnahmen entsteht Vertrauen auf beiden Seiten: Unternehmen in Deutschland wissen, dass Bewerber*innen qualifiziert und sprachlich vorbereitet sind, während die Fachkräfte mit realistischen Erwartungen und besseren Startchancen kommen.
Save the date: Bundesfachtagung Zukunft Fachkräfte am 19./20. Oktober 2026
Fachkräftesicherung, Fachkräftemigration und berufliche Weiterbildung bleiben zentrale Herausforderungen für Gesellschaft, Politik – und die Volkshochschulen. Um das Thema mit Blick auf verschiedene Facetten wie KI, Migration und beruflicher Weiterbildung zu beleuchten, veranstaltet der DVV in Kooperation mit dem Bildungszentrum Nürnberg und dem Bayerischen Volkshochschulverband e. V. am 19. bis 20. Oktober die Bundesfachtagung „Zukunft Fachkräfte“ (Öffnet in einem neuen Tab). vhs-Mitarbeitende und -Leitungen können sich ab dem 8. Juni 2026 zu der Veranstaltung anmelden.