Am Freitag, 24.04.2026 wurden in Marl zum 62. Mal die Grimme-Preise verliehen. Der Abend im Marler Stadttheater startete mit einem Highlight: Der Übergabe der Besonderen Ehrung des Deutschen Volkshochschul-Verbandes (DVV) an den diesjährigen Preisträger Frank Elstner.
Überreicht wurde der Preis von DVV-Präsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer. In ihrer Laudatio betonte sie die besondere persönliche Bedeutung des Moments: „Ganz selten hat man die Gelegenheit, mit diesem Preis jemanden zu ehren, der ein Idol der eigenen Kindheit und des eigenen Lebens ist“ – ein Gefühl, das sie, wie sie sagte, mit „Millionen Menschen in Deutschland und über Deutschland hinaus“ teile.
Mit seinen Sendungen habe Elstners Menschen über viele Jahre vor und hinter den Bildschirmen zusammengebracht und ein verbindendes Erlebnis geschaffen – eine Leistung, so Kramp-Karrenbauer, die im Kontrast zur heute oft individualisierten Mediennutzung besonders wertvoll sei. In diesem Kontext würdige sie auch Elstners Auftreten als Gastgeber und Gesprächspartner: Er habe es geschafft, seine Gäste einem Millionenpublikum näherzubringen, ohne sie dabei jemals bloßzustellen. Das zeuge von „Empathie, Würde, Haltung und Werten“.
Neben seinem Fernsehschaffen hob die Laudatorin auch Elstners gesellschaftliches Engagement hervor. Durch den offenen Umgang mit seiner Parkinson-Erkrankung trage er dazu bei, Vorurteile und Stigmata dieser und anderer neurologischer Krankheiten abzubauen. Auch dafür seien ihm Millionen von Menschen dankbar.
DVV-Präsidentin Annegret Kramp-KarrenbauerSeit vielen Jahren vergibt der Deutsche Volkshochschul-Verband diese Besondere Ehrung und niemand hat hier gestanden, der sie nicht verdient hätte. Aber selten zuvor hat jemand, der sie erhalten hat, so sehr das Prädikat „Legende“ verdient, wie er. Herzlichen Glückwunsch, Frank Elstner!
Trotz seiner schweren Parkinsonerkrankung war der 86-jährige Elstner persönlich nach Marl gekommen, um die Besondere Ehrung entgegenzunehmen. Seinen Auftritt begleitete das Publikum mit minutenlangen Standing Ovations. Elstner zeigte sich gerührt von der Reaktion des Publikums und den persönlichen Worte seiner Laudatorin: „Ich bin froh, dass ich das erleben darf, dass meine Krankheit es zulässt“.
Zugleich nutzte er den Moment, um ein Anliegen zu unterstreichen, das ihm seit Jahren wichtig ist: mehr Unterstützung für die Parkinson-Forschung. „Ich weiß, dass den 450.000 Erkrankten in Deutschland geholfen werden kann, wenn die Forschung mehr Geld kriegt“, so Elstner und fügte mit einem für ihn typischen Augenzwinkern hinzu: „Nennen Sie mich einfach zukünftig den ‘Bettler für Parkinson’.“
Weitere Informationen:
Nach der Verleihung der Besonderen Ehrung an Frank Elstner wurden im weiteren Verlauf des Abends auch die übrigen Grimme-Preise vergeben und die weiteren Preisträgerinnen und Preisträger ausgezeichnet. Eine ausführliche Übersicht über alle Auszeichnungen sowie einen Nachbericht zur gesamten Veranstaltung finden Sie auf der Website des Grimme-Institut. Die Aufzeichnung der Preisverleihung ist zudem in der Mediathek von 3sat abrufbar.