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10.03.2026

Wirtschaft fordert: Integrationskurse öffnen!

Rund 500 Unternehmen appellieren an den Innenminister

Was haben Inhaber*innen von Gärtnereibetrieben, Schreinermeister*innen und niedergelassene Ärzt*innen gemeinsam? Sie wissen, was sie brauchen, um ihre Kundschaft zufrieden zu stellen und Patient*innen gut behandeln zu können. Und vor allem: wen sie dafür brauchen. Wer nicht entrückt in der hauptstädtischen Ministerialbürokratie, sondern an der Basis tätig ist, hat vor Augen, wie wichtig qualifizierte Arbeitskräfte mit ausreichenden Sprachkenntnissen sind und was geschieht, wenn sie fehlen. Darum haben zahlreiche Mittelständler*innen den offenen Brief von Wirtschaftsinitiativen an Bundesinnenminister Alexander Dobrindt unterschrieben:

Gemeinsam mit Vertreter*innen großer internationaler Unternehmen fordern die Inhaber*innen kleiner und mittlerer Betriebe den Ressortchef auf, die Integrationskurse wieder vollständig für Freiwillige zu öffnen. Planungssicherheit für Kursträger und Lehrkräfte müsse hergestellt, die Finanzierung des Gesamtprogramms Sprache dauerhaft und verlässlich gesichert werden. „Deutschland kann es sich wirtschaftlich nicht leisten, integrationsbereite und arbeitsfähige Menschen auszubremsen“, stellen die Unternehmer*innen fest.

Den Plan „Sofort in Arbeit“ aus dem Hause Dobrindt heißen die Unterzeichnenden ausdrücklich gut. Der gehe aber nur auf, wenn Zugewanderte die sprachlichen Voraussetzungen für den erfolgreichen Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt erfüllen.

Wenn im Gesamtprogramm Sprache gespart werden müsse, solle der Minister auf innovative technologische Lösungen setzen, heißt es in dem Appell, zum Beispiel auf KI-gestützte, hybride Angebote mit konversationsfördernden Lernformaten ergänzend zu den Präsenzkursen. Dabei halten die Unterzeichner*innen die Kurse mit physisch präsenten Teilnehmer*innen und Lehrhrkräften für unverzichtbar: Sie seien „ein wichtiger Anker für die soziale Einbindung zugewanderter Menschen“. (Scheinbar) kostengünstigere Schnellkurse könnten das gründliche Erlernen der deutschen Sprache im Integrationskurs nicht ersetzen.

„Der Bundesinnenminister wäre gut beraten, den Forderungen aus der Wirtschaft zu folgen“, meint DVV-Verbandsdirektorin Julia von Westerholt. Lernwillige Menschen lernen zu lassen und Aktionismus durch eine planvolle Reform des Gesamtprogramms Sprache zu ersetzen, sei keine Frage des Standpunkts: „Das ist schlicht ein Gebot der Vernunft“.

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