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20.03.2026

Fachkräfte: Minister verhindert einfachste Lösung

Wissenschaft fordert Öffnung der Integrationskurse

Die Bundesregierung wendet erhebliche Mittel auf, um im Ausland Fachkräfte anzuwerben. Gleichzeitig sorgt der Innenminister dafür, dass Fachkräftepotenzial im Inland langfristig brachliegt, indem er Zugewanderte vom Spracherwerb ausschließt und ihnen so den Weg in die Unternehmen versperrt. Die einfachste Lösung für das Fachkräfteproblem – Menschen, die schon hier sind, Deutsch beizubringen und ihnen so den Zugang zum Arbeitsmarkt zu öffnen ─ darf nicht sein.

Wir beobachten mit großer Sorge, dass das vor zwei Jahrzehnten unter dem Motto „Sprache als Schlüssel“ ins Leben gerufene Prinzip des “Förderns und Forderns” zunehmend zu einem Fordern ohne Fördern erodiert.

Offener Brief aus der Wissenschaft zu den aktuellen Zugangsbeschränkungen bei Integrationskursen

„Paradox“, schreiben Wissenschaftler*innen in einem offenen Brief an Alexander Dobrindt. Die Expert*innen für Sprache und Integration an Hochschulen in ganz Deutschland warnen: Wer heute den Zugang zu Sprachkursen mit Verweis auf finanzielle Engpässe einschränkt, zahlt morgen einen hohen Preis. Sie fordern den Minister auf, den Integrationskurs unverzüglich wieder für die ausgeschlossenen Gruppen zu öffnen.

Spar-Kurse und KI bringen keine Integration

In ihrem Schreiben schließen sich die Wissenschaftler*innen vielen Argumenten des DVV für die Zulassung aller Migrant*innen zum Integrationskurs an. Sie betonen, dass Spracherwerb, Arbeitsmarktintegration und gesellschaftliche Teilhabe eng zusammengehören. Die gründliche Sprachvermittlung in professionell geleiteten Kursen beschleunigt den Einstieg von Migrant*innen ins Arbeitsleben. Dabei hängt viel von der hohen Qualität und Intensität des Sprachunterrichts ab: Die Integrationskurse können nicht durch preiswerte Kurzformate ersetzt werden.  Werden ausgebildete Sprachlehrer*innen gegen pädagogische und didaktische Lai*innen ausgetauscht, bleibt die Effizienz des Unterrichts auf der Strecke.

Naiv ist es in den Augen der Wissenschaftler*innen, den gründlichen Spracherwerb mit Blick auf KI für überholt zu halten. Zwar könne Künstliche Intelligenz Sprachbarrieren in bestimmten Situationen überwinden und Kommunikation unterstützen. Sie bringe jedoch nicht die „für soziale und berufliche Interaktion notwendige Sprachhandlungskompetenz“. Für diese sei mindestens das Sprachniveau B1 erforderlich, auf das die Integrationskurse derzeit ausgerichtet sind.   

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