Die Bewertungskommission beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge untersteht dem Bundesinnenministerium. Ihre Aufgabe ist es, die Entwicklung der Integrationskurse zu begleiten. Der Ausschluss freiwilliger Teilnehmer*innen vom Integrationskurs hat die Expert*innen alarmiert und sie zu einer deutlichen Stellungnahme gegen diese Maßnahme von Minister Alexander Dobrindt bewogen.
Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen in der Kommission warnen vor einer massiven Beschädigung des Integrationskurssystems. Das Ministerium geht in ihren Augen von falschen Vorstellungen bezüglich des Sprachlernprozesses aus. Zwar sei es wichtig, Sprache auch unmittelbar in der beruflichen Praxis zu erwerben, dies müsse aber begleitet werden. Unbegleitetes mediengestütztes Deutschlernen sei für den überwiegenden Teil der Lernenden keine Alternative.
Dabei sehen die Mitglieder der Bewertungskommission bei den Integrationskursen durchaus Reformbedarf. Alle Beteiligten seien bereit, an der Weiterentwicklung des Sprachfördersystems mitzuwirken, unter Berücksichtigung des Bedarfs wie auch der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
Um drohenden Schaden abzuwenden, dringen die Expert*innen darauf, den vom Ministerium verhängten Zulassungsstopp bis Ende 2026 auszusetzen. Die Zeit soll genutzt werden, um ein Konzept für einen leistungsfähigen Integrationskurs zu erarbeiten.