„100 % Menschenwürde. Zusammen gegen Rassismus und Rechtsextremismus“: Unter diesem Motto fanden im März zahlreiche Aktionen im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus statt. Auch die Volkshochschulen beteiligten sich mit einem facettenreichen Programm und boten viel Raum für Information, Begegnung und Engagement.
In ihrem Grußwort zur Auftaktveranstaltung am 16. März in Potsdam erklärte Staatsministerin Natalie Pawlik, Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, wie wichtig das Einstehen gegen Rassismus gerade jetzt sei: „Unsere freiheitliche Demokratie gerät immer stärker unter Druck: Die Zustimmung zu menschenfeindlichen und antidemokratischen Aussagen ist erschreckend hoch, gerade auch bei jungen Menschen. Viel zu viele werden rassistisch angegriffen oder angefeindet. Und Rassismus zeigt sich dabei nicht nur in gewalttätigen Ausprägungen, sondern auch in Form von Ausgrenzung oder Benachteiligung im Alltag und in Strukturen.“
vhs-Lern- und Mitmachangebote für Jung und Alt – in ganz Deutschland
Um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken, organisierten etliche Volkshochschulen in ganz Deutschland Lern- und Mitmachangebote – zum Beispiel in der Region Kassel. „Rassismus zu erkennen ist der erste Schritt, um ihm entgegenzutreten“, betont der dortige Volkshochschulleiter Sven Hebestreit. „Mit unseren Angeboten wollen wir Räume schaffen, in denen unterschiedliche Perspektiven sichtbar werden, Menschen einander zuhören und so Verständnis sowie Mitgefühl wachsen können.“ Insgesamt 19 Veranstaltungen bot die vhs innerhalb der beiden Aktionswochen an – darunter eine Ausstellung, die Zugehörigkeit und strukturelle Ausgrenzung thematisierte; Workshops für Kinder und Jugendliche, bei denen die altersgerechte Auseinandersetzung mit Vorurteilen im Vordergrund stand und ein Poetry Slam, der Fragen zu Identität, Heimat und den Rechten von Frauen aufgriff.
Auch in Köln mobilisierte die Volkshochschule die Bürger*innen mit einem umfassenden Programm, das sich mit vielen Angeboten speziell an Kölner Schüler*innen richtete. Für junge Menschen gehören Begegnungen mit Rassismus und Diskriminierung oft zum Alltag, ausreichende Unterstützung für den Umgang damit bekommen sie aber nur selten. An einem für sie ausgerichteten Workshop-Tag, der in Kooperation mit dem Kommunalen Integrationszentrum der Stadt Köln und dem Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ stattfand, konnten die Schüler*innen ihre persönlichen Erfahrungen teilen und lernen, welche Handlungsoptionen sich in bestimmten Situationen anbieten. Wie viel junge Menschen zum Thema Rassismus und Ausgrenzung zu sagen haben, zeigte sich aber auch im Rahmen des „Aktionstag gegen Rassismus“ im Kölner Stadtteil Mülheim. Die dortigen Schulen bereicherten das Programm mit zahlreichen persönlichen Beiträgen.
DVV unterstützt Volkshochschulen bei ihrem Einsatz gegen Rassismus
Um Volkshochschulen im Einsatz gegen Rassismus und andere Diskriminierungsformen zu stärken, hat der Deutsche Volkshochschul-Verband (DVV) Materialien für den vhs-Kontext entwickelt. Das Kurskonzept „Wie Rassismus (unseren) Alltag prägt – Zur Umsetzung rassismuskritischer Bildungsarbeit“ (Öffnet in einem neuen Tab) bietet Fachkräften aus der Kinder- und Jugendarbeit Impulse, Methoden und die Möglichkeit zur Reflexion. Es geht darum, über Rassismus zu sprechen, zu diskutieren und nachzudenken, ohne dabei „Rezeptwissen“ vermitteln zu wollen. Das Konzept wurde von Coach e.V. im Auftrag des Projektes „Prävention und Gesellschaftlicher Zusammenhalt“ für den DVV erstellt und steht seit Kurzem auch als niedrigschwelliges Lernangebot (Öffnet in einem neuen Tab) zur Verfügung.
Ebenfalls neu verfügbar ist der Online-Selbstlernkurs „Antisemitismus: verstehen, besprechen, begegnen“ (Öffnet in einem neuen Tab). Dieser Kurs fördert den Wissenserwerb und ist Reflexions- und Lernort für den Umgang mit Antisemitismus. Erklärvideos, Fallbeispiele und interaktive Elemente liefern vielfältige Impulse – insbesondere für den pädagogischen Kontext, aber auch darüber hinaus.