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Sprachliche und berufliche Integration

Forderungen der Volkshochschulen zum Gesamtprogramm Sprache des BAMF

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Infografik zum Gesamtprogramm Sprache (Klicken zum Vergrößern)

Das Netzwerk der rund 827 kommunal verantworteten Volkshochschulen, die in Landesverbänden und im DVV zusammengeschlossen sind, steht mit seinen umfassenden Beratungs- und Bildungsangeboten zur sprachlichen, beruflichen und gesellschaftlichen Integration zugewanderter Menschen Bund, Ländern und Kommunen flächendeckend zur Seite. Mit dem Gesamtprogramm Sprache (GPS) (Öffnet in einem neuen Tab), das aus Integrations- und Berufssprachkursen besteht, hat der Bund ein zentral gelenktes Kurssystem PDF-Datei 175,78 kB für die sprachliche und berufliche Integration von Zugewanderten geschaffen. Fast 45% aller Integrationskurse werden derzeit von Volkshochschulen durchgeführt. Volkshochschulen leisten seit 20 Jahren einen unverzichtbaren Beitrag bei der Vermittlung deutscher Sprachkenntnisse und bei der Integration in die Lebenswelt und den Arbeitsmarkt in Deutschland.

Damit Volkshochschulen auch in Zukunft diesen Beitrag zur sprachlichen und beruflichen Integration von Zugewanderten leisten können, benötigen sie dringend politische Unterstützung. Hierfür setzt sich der Deutsche Volkshochschul-Verband (DVV) auf Bundesebene ein. 

Aktuelle Situation im Gesamtprogramm Sprache

Mit Trägerrundschreiben vom 09.02.2026 hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) einen Zulassungsstopp für alle gestellten und alle künftigen Anträge auf freiwillige Teilnahme an einem Integrationskurs nach § 44, 4 AufenthG verkündet. Der Zulassungsstopp, der bereits seit 01.12.2025 anhält, wurde erst auf öffentlichen Druck hin vom BAMF offiziell bekannt gegeben. 

Durch den Zulassungsstopp erhalten in diesem Jahr rund 130.000 Zugewanderte, die freiwillig Deutsch lernen wollen, keinen Zugang mehr zu Integrationskursen, darunter Asylbewerber*innen, Menschen aus der Ukraine, Geduldete (§ 60a Abs. 2 S. 3 AufenthG), sowie Unionsbürger. Teilnehmen dürfen künftig nur noch Personen, die dazu vom Jobcenter oder anderen Behörden verpflichtet werden.

Die Folgen der mit Sparzwängen begründeten Maßnahme sind fatal: für die Betroffenen, für Betriebe, die dringend Arbeits- und Fachkräfte suchen, und auch für die Volkshochschulen. Der DVV schätzt, dass Freiwillige 55 Prozent der Teilnehmer*innen an Integrationskursen ausmachen. Vielfach kann allein mit Verpflichteten in einer Region die vom BAMF vorgeschriebene Mindestteilnehmerzahl für einen Kursstart nicht erreicht werden. Dies gilt insbesondere für ländliche Räume. Nach Schätzung des DVV werden daher 50 Prozent aller auf Grundlage des realen Bedarfs geplanten Kurse nicht stattfinden können.

Die Volkshochschulen und ihre Verbände treten mit Nachdruck dafür ein, dass der Erwerb der deutschen Sprache allen zugewanderten Menschen von Anfang an ermöglicht wird. Nur wer Deutsch kann, ist in der Lage, eine Existenz sichernde Arbeit aufzunehmen und seinen/ihren Platz in der Gesellschaft zu finden.

Aktuelle Meldungen

Presseschau zum Thema Integrationskurse

Momentan gibt es zahlreiche Berichte zur aktuellen Lage der Volkshochschulen rund um den Integrationsbereich. Hier finden Sie einige Stimmen aus der Presse.

Unsere Forderungen zum Gesamtprogramm Sprache

Mit den Integrations- und Berufssprachkursen hat der Bund ein zentral gelenktes Kurssystem für die sprachliche und berufliche Integration von Zugewanderten geschaffen. Die zunehmende Vielfalt von Bildungsbiografien und Lernvoraussetzungen der Teilnehmenden stellt höchste Ansprüche an die Qualifikation der Lehrkräfte, deren Tätigkeit angemessen vergütet und sozial abgesichert werden muss. Aktuell steht das Gesamtprogramm Sprache vor erheblichen Herausforderungen, die durch das geplante ChAR-Gesetz noch wachsen werden. Aus Sicht des DVV können diese bei gleichbleibenden oder gar sinkenden Haushaltsmitteln nur dann gemeinsam bewältigt werden, wenn das Gesamtprogramm Sprache des Bundes effizienter, flexibler und digitaler wird. 

Die Forderungen

  • Effizienter Einsatz der Haushaltsmittel für das Gesamtprogramm Sprache

  • Flexibilisierung und Stärkung der lokalen Verantwortung

  • Stärkung der Digitalisierung im Gesamtprogramm Sprache

  • Bürokratieabbau im Integrations- und Berufssprachkurssystem

Mit den Vereinbarungen aus dem Koalitionsvertrag hat die Bundesregierung ein wichtiges Signal an die Träger im Integrationskurssystem gesendet. Die Koalitionspartner bekennen sich darin nicht nur dazu, Integrationskurse fortsetzen zu wollen, sondern auch mehr in Integration investieren zu wollen. 

Die vhs vertrauen darauf, dass die Zusicherungen aus dem Koalitionsvertrag umgesetzt werden.

Positionen und Stellungnahmen

Im Rahmen seiner bundesverbandlichen Tätigkeit setzt sich der DVV auf politischer Ebene für die Interessen der Volkshochschulen als Träger von Integrations- und Berufssprachkursen ein. Nachfolgend finden Sie wichtige aktuelle Positionierungen und Stellungnahmen.

Interviewreihe #WarteschlangeIntegration

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • Getty Images / E+ / lisegagne
  • DVV

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